Neue Beschwerden im Fall Epstein in Frankreich gestiegen

Die Pariser Staatsanwaltschaft gab bekannt, dass neue Beschwerden im Fall des amerikanischen Finanzier Jeffrey Epstein eingegangen sind. Die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau erklärte im Sender RTL, dass sich etwa zehn weitere potenzielle Opfer an die Strafverfolgungsbehörden gewandt haben.
Ihr zufolge ist die Gesamtzahl der in Frankreich im Rahmen dieses Falls eingegangenen Beschwerden auf etwa 20 gestiegen. Die Ermittler prüfen derzeit diese Aussagen und versuchen, die Umstände jeder einzelnen Beschwerde zu klären.
Das Hauptziel der Staatsanwaltschaft ist es, potenzielle Vermittler zu identifizieren, die auf französischem Staatsgebiet in Menschenhandel verwickelt waren. Im Rahmen der Ermittlungen werden Personen überprüft, die Epsteins kriminelle Aktivitäten unterstützt haben könnten, einschließlich derer, die an der Anwerbung von Opfern beteiligt waren.
„Bisher wurde noch niemand vernommen, der zur Rechenschaft gezogen werden könnte“, sagte Laure Beccuau.
Die Staatsanwältin betonte, dass die Ermittler in dieser Phase vorrangig die Aussagen potenzieller Opfer sammeln. In der nächsten Phase werden physische Beweise, digitale Daten und andere Materialien gründlich analysiert.
Es wurde berichtet, dass in Zukunft auch Daten von Epsteins Computern, Telefonprotokolle, Adressbücher und andere Dokumente untersucht werden. Diese Informationen könnten entscheidend sein, um potenzielle Kontakte und Vermittler in Frankreich zu identifizieren.
Der Name Jeffrey Epstein ist mit großen globalen Skandalen verbunden. Er verbüßte 2008–2009 eine Haftstrafe wegen der Organisation von Prostitution. Am 6. Juli 2019 wurde er erneut wegen des Vorwurfs der Ausbeutung minderjähriger Mädchen verhaftet. Einen Monat später, am 10. August, wurde er erhängt in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden.
Im Dezember 2025 wurde der erste Teil der Dokumente zum Fall Epstein veröffentlicht. Am 30. Januar 2026 veröffentlichte das US-Justizministerium weitere über 3 Millionen Seiten, 2.000 Videos und 180.000 Bilder aus den „Epstein-Akten“.
In früheren Materialien wurden auch Epsteins Verbindungen zu einer Reihe prominenter Persönlichkeiten erwähnt. Darunter befand sich auch der Name des britischen Prinzen Andrew. Zudem einigte sich die Bank JPMorgan mit Opfern auf einen Vergleich in Höhe von 290 Millionen Dollar wegen ihrer langjährigen finanziellen Zusammenarbeit mit Epstein.
Nach Angaben des US-Justizministeriums wurden in den Fallakten mehr als 1.200 Opfer identifiziert. Diese Zahl verdeutlicht das enorme Ausmaß dieses Falls.
Kurz gesagt, der Fall Epstein bleibt auch Jahre später international relevant. Das Auftauchen neuer Beschwerden in Frankreich deutet darauf hin, dass die Ermittlungen weiter ausgeweitet werden könnten. Die Hauptfrage lautet nun: Werden die Aussagen der Opfer zu den tatsächlichen Vermittlern und Helfern führen?
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