Ergebnisse und wichtige Abkommen des China-Besuchs von Wladimir Putin

Der zweitägige, produktive offizielle Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Volksrepublik China ist zu Ende gegangen. Der russische Staatschef hat seine hochrangigen Treffen in Peking erfolgreich abgeschlossen und ist nach Moskau abgereist. Im Rahmen dieses Besuchs wurden zwischen den beiden mächtigen Staaten insgesamt 42 wichtige Dokumenteunterzeichnet, darunter eine gemeinsame Erklärung zur Vertiefung der umfassenden Partnerschaft und strategischen Zusammenarbeit, die die bilateralen Beziehungen auf eine neue Ebene hebt.
Dreistündige Verhandlungen und das Sprichwort von den „drei Herbsten“
Wie die Nachrichtenagentur RIA Novosti berichtet, fiel der wichtigste und intensivste Teil des Staatsbesuchsprogramms auf den 20. Mai. Dieser historische Tag begann auf dem berühmten Platz des Himmlischen Friedens mit einer feierlichen Salutschießen-Zeremonie zu Ehren des russischen Staatschefs.
Danach begannen die offiziellen Verhandlungen zwischen dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und Wladimir Putin. Die Gespräche begannen in einem kleinen Kreis, in dem heikle Themen erörtert wurden, und wurden später in erweiterter Zusammensetzung mit offiziellen Delegationen fortgesetzt, was fast drei Stunden in Anspruch nahm. Während des Treffens sprach Putin Xi Jinping in herzlichem Ton als „meinen lieben Freund“ an und zitierte ein berühmtes chinesisches Sprichwort, das die Verbundenheit ausdrückt: „Sich einen Tag nicht zu sehen, ist wie drei Herbste zu durchleben.“.
Starke Delegation: Die russische Elite in Peking
Dass Moskau diesen Besuch sehr ernst vorbereitet hatte, zeigte sich auch an der Zusammensetzung der Delegation, die nach Peking reiste. In Begleitung des Präsidenten kamen fünf stellvertretende Ministerpräsidenten, acht Minister, der Chef der Zentralbank sowie die Leiter der größten Staatskonzerne und führenden Regionen nach China.
Unter ihnen befanden sich die folgenden einflussreichsten Persönlichkeiten:
Vertreter der Regierung und des Finanzwesens: Erster stellvertretender Ministerpräsident Denis Manturow, Außenminister Sergej Lawrow, Finanzminister Anton Siluanow und Zentralbankchefin Elwira Nabiullina;
Eigentümer von Riesenkonzernen: Alexej Miller (Gazprom), Igor Setschin (Rosneft), German Gref (Sberbank) und Andrej Kostin (VTB).
Handelsumsatz um das 30-fache gestiegen und eine neue Deklaration
Eines der bedeutendsten Ergebnisse des Gipfels war die Annahme einer gemeinsamen Erklärung der Parteien zur Gestaltung einer multipolaren Welt und einer neuen Art internationaler Beziehungen. Zudem wurde beschlossen, den historischen „Vertrag über gute Nachbarschaft, Freundschaft und Zusammenarbeit“, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert, erneut zu verlängern.
In seiner Rede stellte Wladimir Putin mit Genugtuung fest, dass das Volumen des gegenseitigen Handels zwischen den beiden Nachbarländern im letzten Vierteljahrhundert um mehr als das 30-fache gewachsen ist und seit mehreren Jahren stabil auf einem Niveau von über 200 Milliarden Dollar gehalten wird. Xi Jinping fügte seinerseits hinzu, dass der gegenseitige Handelsumsatz in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres 2026 um weitere 20 Prozent gestiegen sei.
Zum Abschluss der offiziellen Verhandlungen fand in beiden Ländern eine feierliche Eröffnungszeremonie für das „Jahr der Bildung“ statt. Am Abend setzten die Staatschefs ihr Gespräch in gemütlicher Atmosphäre bei einer traditionellen Teezeremonie fort. Laut dem Berater des Präsidenten, Juri Uschakow, wurden bei diesem informellen Treffen die Ukraine-Krise, der Krieg im Nahen Osten und die komplizierten Beziehungen zu den USA ausführlich erörtert.
Zeichen der Offenheit: Trumps Besuch und Verlängerung der Visafreiheit
Eine der erfreulichsten und praktischsten Nachrichten für russische Gäste war die Verlängerung der gegenseitigen Visafreiheit bis zum 31. Dezember 2027. Zunächst gab die Pekinger Regierung ihre Entscheidung bekannt, und Moskau wird als Reaktion darauf eine ähnliche Maßnahme einführen. Berichten zufolge haben in der Zeit, in der dieses Abkommen in Kraft war, 2 Millionen Touristen und Bürger aus China Russland besucht, und etwa 1 Million aus Russland haben China besucht.
Darüber hinaus traf sich Putin außerhalb der offiziellen Tagesordnung in der Residenz Diaoyutai mit dem 36-jährigen chinesischen Ingenieur Peng Pai. Interessanterweise trafen sie sich vor 26 Jahren – im Juli 2000, während Putins erstem Staatsbesuch in China – zufällig im Beihai-Park in Peking und machten ein Foto zusammen. Später studierte Peng Pai in Moskau und arbeitet derzeit in seiner Heimat, der Provinz Hunan, als Ingenieur.
Bemerkenswert ist, dass Putins Besuch in Peking nur eine Woche nach der China-Reise von US-Präsident Donald Trump stattfand, die am 15. Mai endete. Trump betonte nach seinem Besuch, dass Xi Jinping ihm persönlich versprochen habe, keine Waffen an den Iran zu liefern. Der eine Woche später abgehaltene Russland-China-Gipfel zeigte jedoch erneut, dass Peking an seinem eigenen unabhängigen strategischen Weg auf der internationalen Bühne festhält.
Inwieweit stärkt Ihrer Meinung nach die aufeinanderfolgende Ankunft von Trump und Putin in Peking Chinas Position als Hauptvermittler in der Weltpolitik?
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