Ökonomen warnten, dass Russland einen Abschwung erwartet

Russlands Wirtschaft könnte noch vor dem Ende dieses Jahres in eine Rezession abrutschen, wie russische Medien am 20. März unter Berufung auf kremlnahe Ökonomen berichteten. Die Warnung wurde von "Iswestija" veröffentlicht, die sich auf einen Bericht des Zentrums für makroökonomische Analyse und kurzfristige Prognosen berief, einer Forschungseinrichtung, die als der Präsidialverwaltung nahestehend gilt.
Das Zentrum hat einen zusammengesetzten Frühindikator entwickelt, der erkennen soll, wann sich die Wirtschaft einer Rezession nähert. Nach seinen Schätzungen erreichte der Indikator im Dezember vergangenen Jahres 0,49 und lag damit deutlich über dem kritischen Schwellenwert von 0,18. "Iswestija" erklärte, der Bericht deute darauf hin, dass eine beginnende Rezession nicht nur kurz ausfallen, sondern länger als ein Jahr andauern könnte.
Von der Zeitung befragte Experten sagten, dass mehrere Faktoren die wirtschaftliche Dynamik Russlands bereits bremsen. Dazu zählen der hohe Leitzins des Landes, eine straffere und vorsichtigere Haushaltspolitik, Arbeitskräftemangel sowie eine Pause bei den Investitionstätigkeiten. Zusammen begrenzen diese Belastungen die Expansion, auch wenn die Regierung ausgewählte Sektoren weiterhin unterstützt.
Der Finanzanalyst Alexei Rodin sagte der Publikation, das Rezessionsrisiko würde noch weiter steigen, falls die Ölpreise stark fallen oder Russland von einer neuen Welle umfassender internationaler Sanktionen getroffen werde, die mit dem Krieg in der Ukraine zusammenhängen. Seiner Ansicht nach könnten solche externen Schocks die verbleibenden Wachstumsquellen des Landes rasch schwächen.
Ein weiterer Marktexperte, Igor Rastorguyev von AMarkets, sagte, eine Rezession bleibe selbst dann ein realistisches Szenario, wenn die Ölpreise durch Spannungen mit Beteiligung der Vereinigten Staaten, Israels und Irans gestützt würden. Er merkte an, dass eine neue Inflationswelle die russische Zentralbank dazu zwingen könnte, Zinssenkungen zu verschieben oder auszusetzen, obwohl niedrigere Kreditkosten der Wirtschaft helfen könnten, einen schwereren Abschwung zu vermeiden.
Von dem Bericht zitierte Analysten sagten, Russlands derzeitiges Wachstum hänge zunehmend von staatlichen Aufträgen und Unternehmen ab, die mit dem militärisch-industriellen Sektor verbunden sind. Das bedeutet, dass die breitere wirtschaftliche Expansion fragil bleibt, während private Investitionen und konsumgetriebenes Wachstum weiterhin unter Druck stehen. Wenn sich diese Schwächen in den kommenden Monaten vertiefen, könnte aus der Verlangsamung eine längere und schmerzhaftere Rezession werden.
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