Google wegen Nutzung professioneller Sprecherstimmen für KI-Training verklagt

Eine Gruppe professioneller Hörbuchsprecher, Podcaster und unabhängiger Journalisten hat eine Sammelklage gegen Google eingereicht. In der Klage beschuldigen die bekannte Schauspielerin Lindsey Dorcus, Viktoria Nassif und eine Gruppe investigativer Journalisten den Tech-Giganten, ihre Stimmen ohne Genehmigung zum Training kommerzieller neuronaler Netze verwendet zu haben. Laut der Klageschrift hat Google das Biometric Information Privacy Act (BIPA) des Bundesstaates Illinois grob verletzt. Dies berichtet Ixbt.com .
Den Prozessunterlagen zufolge nutzte der Konzern hunderttausende Stunden an menschlichen Sprachaufnahmen, um Dienste wie Gemini Live, NotebookLM, die automatische Synchronisationsfunktion auf YouTube und Google Cloud Text-to-Speech zu entwickeln. Die Algorithmen extrahierten aus diesen Audiomaterialien die einzigartigen biometrischen Identifikatoren (Voiceprints) der jeweiligen Sprecher. Die Kläger betonen, dass sie weder darüber informiert wurden, dass ihr geistiges Eigentum und ihre biologischen Daten als Quelle für Google-Produkte dienen würden, noch ihre Zustimmung dazu gegeben haben.
Anwälte erklären, dass ein Voiceprint wie ein digitaler Fingerabdruck eines Menschen ist und nicht geändert werden kann. Während eine Sozialversicherungsnummer oder Kreditkarte ersetzt werden kann, ist ein gestohlener Voiceprint nicht wiederherstellbar, da biologische Sprachmuster ein Leben lang beim Menschen bleiben. Dies stellt ein ernstes Risiko für die Privatsphäre der Nutzer dar.
Der Kern des Rechtsstreits liegt darin, dass Google-Technologien nun direkt mit diesen Fachleuten auf dem Arbeitsmarkt konkurrieren. Zum Beispiel wird der Dienst Google Cloud Text-to-Speech Hörbuchverlagen als kostengünstige Alternative zu Live-Sprechern angeboten. NotebookLM erstellt fertige Podcasts und wertet die Arbeit von Journalisten ab. Solche KI-Produkte werden zu einem Bruchteil der Kosten echter Fachleute angeboten.
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