Warteschlange für Chips: Google lässt seine Forscher ohne Rechenleistung zurück

Google hat im letzten Jahrzehnt das größte Infrastruktur-Ökosystem für Künstliche Intelligenz aufgebaut. Das Unternehmen etablierte ein erfolgreiches Cloud-Geschäft, entwickelte eigene TPU (Tensor Processing Unit)-Prozessoren und wurde zu einer führenden Alternative zu NVIDIA-Chips. Der Erfolg dieser Geschäftsstrategie hat jedoch eine interne Krise ausgelöst, mit der Alphabet nicht gerechnet hatte. Dies berichtet Ixbt.com berichtet .
Wie Bloomberg berichtet, müssen die wichtigsten Forscher von Google DeepMind nun in strengen internen Warteschlangen auf Rechenressourcen warten. Interessanterweise werden diese Ressourcen nicht an die eigenen Forscher des Unternehmens verkauft, sondern an externe Kunden – Giganten wie Anthropic und Meta. Google hat Anthropic beispielsweise den Zugang zu 5 Gigawatt Leistung und einer Million Ironwood-Chips der neuen Generation über einen Zeitraum von 5 Jahren versprochen.
Solche massiven kommerziellen Verpflichtungen haben die freien Kapazitäten in den Rechenzentren vollständig belegt. Interne Teams, die an der Gemini-Modellfamilie arbeiten, müssen sich nun in Wartelisten eintragen, um ihre Experimente durchzuführen. Demis Hassabis, Leiter von Google DeepMind, betonte, dass der Mangel von zwei Seiten trifft: Erstens fehlen Speicherchips von Zulieferern wie Samsung und SK Hynix, und zweitens verlangsamt die interne Ressourcenverteilung das Forschungstempo.
Obwohl Alphabet plant, 2026 zwischen 175 und 185 Milliarden Dollar in die Infrastruktur zu investieren, wächst die Marktnachfrage schneller als das Angebot. Die Strategie, eigene Chips zu entwickeln, erwies sich als wirtschaftlich vorteilhaft, doch das Unternehmen kann nun nicht mehr gleichzeitig Wettbewerber bedienen und eigene Spitzenforschung betreiben.
Diese strenge Rationierung der Ressourcen hat zu Unmut in der wissenschaftlichen Gemeinschaft geführt. In den letzten anderthalb Jahren haben mehrere namhafte Wissenschaftler und Ingenieure das DeepMind-Labor verlassen, darunter der langjährige Mitarbeiter Ioannis Antonoglou, aufgrund des Mangels an Rechenleistung.
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