Quantencomputer knackt erstmals einen 15-Bit-Kryptografieschlüssel

Der unabhängige Forscher Giancarlu Lelli hat es geschafft, mit Hilfe eines öffentlich zugänglichen Quantencomputers einen 15-Bit-Schlüssel auf elliptischer Kurve zu knacken. Diese Technologie ist die mathematische Grundlage der digitalen Signaturschemata, die die Sicherheit von Bitcoin, Ethereum und vielen anderen Blockchain-Netzwerken gewährleisten. Das Startup Project Eleven bezeichnete dieses Ereignis als den größten Quantenangriff in der Geschichte der Kryptografie und belohnte den Forscher mit 1 BTC. Bits.media berichtet darüber.
In seinem Experiment nutzte Lelli eine spezielle Variante des Shor-Algorithmus, der hilft, Probleme des diskreten Logarithmus auf elliptischen Kurven zu lösen. Er konnte einen privaten Schlüssel aus 32.767 Varianten anhand des öffentlichen Schlüssels bestimmen. Im September des letzten Jahres hatte Ingenieur Steve Tippeconnick einen 6-Bit-Schlüssel geknackt, aber Lellis Ergebnis ist 512-mal höher.
Bisher stellt dieser Erfolg keine direkte Bedrohung für die Sicherheit von Bitcoin dar, da die beliebtesten Kryptowährungs-Wallets mit 256-Bit-Kryptografie auf elliptischen Kurven geschützt sind. Laut Experten ist der Abstand von 15 Bit zu 256 Bit immer noch groß, aber es ist nun kein grundlegendes physikalisches Problem mehr, sondern wird zu einer Ingenieuraufgabe. Das bedeutet, dass ein schnellerer Übergang zur Post-Quanten-Kryptografie notwendig ist.
Laut Project Eleven werden etwa 6,9 Millionen Bitcoin-Public-Keys in Wallets gespeichert, die in der Blockchain sichtbar sind. Dies könnte sie verwundbar machen, wenn in Zukunft leistungsfähigere Quantencomputer geschaffen werden. Laut Berechnungen von Google Research könnten zum Brechen des 256-Bit-Schutzes zwischen 10.000 und 500.000 physische Qubits erforderlich sein, aber die aktuellen Systeme haben dieses Niveau noch nicht erreicht.
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