Außerirdische Mathematik: Eine neue Methode zur Entdeckung von Leben im Universum

Ein Team von Wissenschaftlern des Weizmann Institute und der University of California hat eine völlig neue, universelle Methode zur Entdeckung von Leben im Universum entwickelt. Anstatt nach spezifischen molekularen Markern wie DNA oder Proteinen zu suchen, schlugen sie vor, die statistische Ordnung in der molekularen Struktur von Substanzen zu analysieren. Dieser Ansatz ermöglicht den Nachweis von Lebenszeichen auch ohne hochkomplexe Laborausrüstung an Bord von Raumsonden. Dies berichtet Ixbt.com berichtet .
Die neue Methode basiert auf dem grundlegenden Unterschied zwischen lebenden Organismen und anorganischer Natur. Bei abiotischen Prozessen dominieren die Gesetze der Thermodynamik, die ungeordnete und vorhersehbare Mischungen erzeugen. Leben hingegen wendet Energie auf, um Ordnung zu schaffen. Durch die Anpassung der Hill-Zahlen, die in der Ökologie zur Messung der Artenvielfalt verwendet werden, an molekulare Daten schufen die Forscher einen mathematischen Filter, der biologische Organisation von kosmischem Schutt unterscheidet.
Der Mathematiker Barak Sober, der diesen Algorithmus entwickelte, betont, dass die Methode nicht von der spezifischen Lebensform abhängt. Sie sucht nach dem grundlegenden Organisationsprinzip des Lebens, weshalb sie auch uns unbekannte Lebensformen mit einer anderen biochemischen Basis erkennen kann. Dieser Ansatz ist besonders wichtig für die Untersuchung der Eismonde von Jupiter und Saturn, wie Europa und Enceladus.
Modelltests haben gezeigt, dass die Methode biologische Spuren selbst in Proben nachweisen kann, die teilweise durch Strahlung beschädigt wurden. Der Algorithmus wurde bereits erfolgreich an mikrobiellen Kulturen, alten Fossilien sowie Proben der Asteroiden Bennu und Ryugu getestet. Experten von NASA und ESA planen, diesen statistischen Ansatz bei zukünftigen Weltraummissionen, einschließlich des ExoMars-Projekts, einzusetzen.
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