Antike römische Militärlager in Sachsen entdeckt

Archäologen im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt haben die ersten Siedlungen römischer Legionen an der Elbe entdeckt. Die am 15. Januar bekanntgegebene Entdeckung ist für Historiker eine echte archäologische Sensation, da diese Gebiete bisher als für die Römer unzugänglich galten.
Der nordöstlichste Punkt des römischen Militärs
Laut Forschungen sind die Lager um Aachen, Trabitz und Dersheim die nordöstlichsten Militärbefestigungen des Römischen Reiches in Deutschland. Lange Zeit ging man davon aus, dass die Römer nach ihrer Niederlage im Teutoburger Wald die Elbe nicht erreicht hatten.
Satelliten und Amateure helfen
Moderne Technologie und engagierte Enthusiasten spielten eine entscheidende Rolle bei dieser historischen Entdeckung:
- Suchprozess: In den Jahren 2020–2024 werteten zwei Amateurarchäologen Satellitenbilder aus und entdeckten verdächtige unterirdische Strukturen.
- Funde: Bei den Ausgrabungen wurden über 1.500 Artefakte gefunden, darunter Eisenwaffen, Fibeln und antike Münzen.
- Kaiserlicher Denar: Der Fund einer Silbermünze aus der Regierungszeit des römischen Kaisers Caracalla in Trabitz trug zur genauen Datierung des Lagers bei.
Neue Kapitel der Geschichte: 3. Jahrhundert n. Chr.
Die Funde bestätigen, dass römische Armeen im frühen 3. Jahrhundert n. Chr. großangelegte Feldzüge gegen germanische Stämme führten – insbesondere unter Kaiser Caracalla (213 n. Chr.) und Maximinus I. von Thrakien (235–236 n. Chr.).
- Bisherige Annahme: Man ging bisher davon aus, dass sich die Römer nach ihrer Niederlage im Jahr 9 n. Chr. auf die Verteidigung beschränkten.
- Neue Erkenntnis: Die Überreste eines Lagers in Sachsen-Anhalt sind der erste physische Beweis dafür, dass die römische Armee tief nach Germanien vorgedrungen war und versuchte, die strategische Kontrolle entlang der Elbe zu erlangen.
Auseinandersetzungen mit germanischen Stämmen
Im 3. Jahrhundert n. Chr. stellte das Aufkommen eines neuen, mächtigen Stammesbündnisses in germanischen Gebieten eine ernsthafte Bedrohung für das Römische Reich dar. Archäologen vermuten, dass es sich bei diesen Lagern um temporäre Militärbefestigungen handelte, die errichtet wurden, um diese Bedrohung einzudämmen und die Grenzen des Reiches zu schützen.
Diese Feldzüge, die nicht schriftlich überliefert sind, zwingen uns nun dazu, die Geschichte anhand von Funden aus dem Untergrund neu zu schreiben.
Was könnte Ihrer Meinung nach verhindert haben, dass diese römischen Lager an der Elbe zu dauerhaften Städten wurden?
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