Das anhaltende Ölspiel in der Straße von Hormus wird Asien am härtesten treffen

Eine neue Infografik zeigt deutlich, wer Rohöl durch die Straße von Hormus exportiert und – noch wichtiger – wer diese Mengen abnimmt. Die Daten stammen von der US-Energieinformationsbehörde (EIA) und beziehen sich auf das erste Quartal 2025.
Die fünf Staaten des Persischen Golfs dominieren die Angebotsseite
Die Ölströme durch die Straße von Hormus konzentrieren sich fast ausschließlich auf die Staaten des Persischen Golfs. Den größten Anteil hat Saudi-Arabien mit 37,2 Prozent der Rohölexporte durch die Straße.
Es folgen die folgenden Produzenten:
- Irak – 22,8 Prozent
- Vereinigte Arabische Emirate – 12,9 Prozent
- Iran – 10,6 Prozent
- Kuwait – 10,1 Prozent
Diese fünf Länder decken also 93,6 Prozent des gesamten Rohölvolumens ab, das durch die Meerenge von Hormus transportiert wird. Diese Zahlen verdeutlichen, wie eng der Weltölmarkt mit der Produktion im Persischen Golf verknüpft ist.
Welche Seite kann mehr Öl verbrennen?
Angesichts der jüngsten Spannungen im Nahen Osten und der Ankündigung Irans, Schiffe in der Meerenge anzugreifen, ist die Tragweite der Situation nicht einfach: Mehr als 20 Prozent der weltweiten Ölströme hängen von diesem Korridor ab.
Selbst eine eintägige Blockade von Hormus könnte Panik am Markt, Preissprünge und logistisches Chaos auslösen. Denn dies ist keine „einfache Wasserstraße“ – sie ist eine der Lebensadern des globalen Ölsystems.
Auf der Nachfrageseite zeigt sich ein klares Bild: Asien dominiert
Am auffälligsten ist, dass 89,2 Prozent des durch die Straße von Hormus transportierten Ölvolumens in asiatische Länder gehen. Das heißt, eine Störung dieser Meerenge hätte die größten Auswirkungen auf die asiatischen Volkswirtschaften.
Die Verteilung der Abnehmer im ersten Quartal 2025 sah wie folgt aus:
- China – 37,7 Prozent (größter Abnehmer)
- Indien – 14,7 Prozent
- Südkorea – 12 Prozent
- Japan – 10,9 Prozent

Kurz gesagt: China und Indien nehmen zusammen mehr als die Hälfte des durch die Straße von Hormus transportierten Öls auf. Sollte die Straße von Hormus blockiert oder ihr Betrieb erheblich beeinträchtigt werden, lastet der größte Druck auf diesen beiden großen Volkswirtschaften.
Fazit
Die Straße von Hormus ist ein entscheidender Faktor für den globalen Ölmarkt. Solange sie frei ist, herrscht Ruhe am Markt; ist sie blockiert, können Preise, Logistik, Inflation und Produktionsketten schlagartig ins Wanken geraten. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Asien wird die Hauptlast dieses Risikos tragen.
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