Beziehungen zwischen Russland und den Golfstaaten kühlen ab

Die geopolitischen Turbulenzen im Nahen Osten bringen nicht nur die Region, sondern die gesamte Weltdiplomatie ins Wanken. Beziehungen, die einst stabil schienen, werden heute auf die Probe gestellt. Zamin.uz analysiert die wichtigsten Veränderungen auf der internationalen Bühne und präsentiert sie Ihnen.
Beschädigung der Freundschaft: Moskaus Annäherung an Teheran
Laut Berichten der angesehenen britischen Zeitung The Times sind die über Jahre gewachsenen warmen Beziehungen zwischen Russland und den arabischen Monarchien der Golfregion zerrüttet. Als Hauptgrund wird die offene Unterstützung Moskaus für den Iran angeführt, der gegen die USA und Israel kämpft.
Vermutungen, dass Russland an den von Iran ausgeführten Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Militärbasen in arabischen Ländern beteiligt ist, haben die Lage weiter verschärft. Es heißt, der Kreml habe Teheran strategische Aufklärung und Satellitendaten zur Verfügung gestellt, um US-Objekte präzise anzuvisieren. Obwohl der russische Außenminister Sergej Lawrow diese Vorwürfe zurückwies und erklärte, dass die Standorte der Basen nicht geheim seien, zeigten sich arabische Staatsführer mit dieser Erklärung unzufrieden und waren zutiefst enttäuscht vom Kreml.
Milliardenverluste und „Raketenregen“
Laut Analysen des Gulf Research Center hat der Iran vom 28. Februar bis zum 3. April des laufenden Jahres 6.350 Angriffe auf das Territorium arabischer Staaten verübt. Das am stärksten betroffene Land waren die Vereinigten Arabischen Emirate – 40 Prozent aller Angriffe richteten sich gegen diesen Staat.
Die wirtschaftlichen Folgen sind verheerend:
- Täglicher Verlust: Laut Berechnungen der Financial Times verlieren die Golfstaaten täglich 2,3 Milliarden Dollar aufgrund von Angriffen auf Kontroll- und Energieanlagen in der Straße von Hormus.
- Exportkrise: Die Sperrung der Meerenge, die die Hauptroute für Öl- und Gasexporte darstellt, war ein schwerer Schlag für die Wirtschaft Saudi-Arabiens, Katars und Kuwaits.
„Verrat“ bei den UN und diplomatisches Veto
Dass Russland und China ein Veto gegen die Resolution der arabischen Staaten im UN-Sicherheitsrat einlegten, die Gewalt gegen den Iran und die Öffnung der Straße von Hormus forderte, wurde in der arabischen Welt als „Schlag in den Rücken“ oder „Verrat“ wahrgenommen. Araber, die 2022 beim Ausbruch der Ukraine-Krise neutral geblieben oder sogar vermittelt hatten, können es nun nicht verwinden, dass Moskau sich auf die Seite Teherans schlägt.
Ukrainas „helfende Hand“ und neue Allianzen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nutzte die Situation geschickt, organisierte eine Tour durch die Golfstaaten und bot seine Erfahrung im Kampf gegen iranische Drohnen an. Infolgedessen wurden wichtige Verteidigungsabkommen mit Saudi-Arabien, den VAE und Katar unterzeichnet.
Analysten zufolge könnten die Golfstaaten nach Ende des Krieges ihre Beziehungen nicht nur zu Russland, sondern auch zu den USA überdenken, die sie nicht ausreichend schützen konnten. Dies deutet auf den Beginn einer völlig neuen politischen Ära in der Region hin.
Liebe Leser, glauben Sie, dass sich die Golfstaaten vollständig von Russland abwenden könnten? Kann die militärische Unterstützung der Ukraine die Lage verändern?
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