In Gaza greifen Ratten nachts Kinder an

Die humanitäre Lage im Gazastreifen verschlechtert sich weiter. Berichten von Reuters zufolge sehen sich die Palästinenser, die gezwungen sind, in Zeltlagern zu leben, mit einem neuen Problem konfrontiert: Angriffen durch Ratten und andere Nagetiere.
Es wird berichtet, dass die Ratten insbesondere nachts Kinder angreifen und sie in Hände und Füße beißen. Dies löst bei den Eltern große Sorge aus.
Menschen in verzweifelter Lage

Mehr als 2 Millionen Menschen im Gazastreifen mussten aufgrund bewaffneter Konflikte ihre Häuser verlassen. Derzeit leben sie in zerstörten Gebäuden oder provisorischen Zelten.
Amani Abu Selmi, die in einem Lager in Chan Yunis lebt, berichtete, dass Ratten kurz vor ihrer Hochzeit ihre Kleidung und zeremonielle Gegenstände unbrauchbar gemacht hätten.
„Mein freudiger Tag hat sich in Trauer verwandelt. Alle meine Vorbereitungen waren umsonst“, sagt sie.
Kinder sind am stärksten betroffen
Nach Angaben von Halil al-Mashharaviy, der ebenfalls im Lager lebt, wurde sein 3-jähriges Kind von einer Ratte gebissen. Er gab an, dass er selbst ebenfalls von den Nagetieren angegriffen wurde.
„Wir haben Angst, nachts zu schlafen. Sobald wir die Augen schließen, stürzen sie sich auf die Kinder“, sagt er.
Ein weiterer Bewohner von Gaza-Stadt betonte, dass die Ratten nicht nur Menschen angreifen, sondern auch Lebensmittel und Kleidung beschädigen.
Steigendes Krankheitsrisiko
Der Leiter des Al-Shifa-Krankenhauses, Muhammad Abu Selmiya, erklärte, dass durch die Nagetiere ein hohes Risiko für die Ausbreitung von Krankheiten bestehe.
Insbesondere durch Rattenbisse können folgende schwere Infektionen übertragen werden:
- Fieber,
- Leptospirose,
- sowie schwere Infektionen wie die Pest.
Problem könnte sich weiter verschärfen
Experten sind der Ansicht, dass der bevorstehende Sommer und der Mangel an sanitären Mitteln die Situation weiter verschlechtern könnten. Aufgrund bestimmter Beschränkungen sind auch die Möglichkeiten zur Bekämpfung der Schädlinge begrenzt.
Gleichzeitig teilte COGAT mit, dass in den letzten Wochen eine gewisse Menge an Schädlingsbekämpfungsmitteln und Fallen in das Gebiet gelassen wurde.
Die lokale Bevölkerung betont jedoch, dass diese Maßnahmen bisher nicht ausreichen, um die Situation grundlegend zu verbessern.
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