Generalswechsel in Russland nach ukrainischen Angriffen

Im russischen Militärsystem hat ein weiterer großer Personalwechsel stattgefunden. Auf Beschluss des russischen Präsidenten Wladimir Putin wurde Generaloberst Wiktor Afzalow von seinem Posten als Kommandeur der russischen Luft- und Weltraumkräfte entbunden. Dies berichteten russische Medien.
Es wird berichtet, dass Afzalow seit 2023 in dieser Position tätig war. Er wurde als Nachfolger von Sergej Surowikin in dieses Amt berufen. Nun wurde er durch Generaloberst Alexander Tschaiko ersetzt.
Quellen der Publikation RBK zufolge war Alexander Tschaiko zuvor als Oberbefehlshaber der Luftstreitkräfte tätig und gilt als erfahrener Offizier der russischen Armee.
Der 54-jährige General wurde in der Region Moskau geboren. Er absolvierte die Moskauer Höhere Kommandoschule für verbundene Waffen und begann seine militärische Laufbahn als Kommandeur eines Aufklärungszuges. Später bekleidete er verschiedene Führungspositionen und stieg bis zum Kommandeur der 1. Panzerarmee des Westlichen Militärbezirks auf.
Zudem absolvierte Alexander Tschaiko 2001 die Akademie der verbundenen Waffen der Streitkräfte M.W. Frunse und 2012 die Militärakademie des Generalstabs.
Im Jahr 2019 wurde er zum Ersten Stellvertretenden Oberbefehlshaber der Landstreitkräfte und Stellvertretenden Chef des Generalstabs ernannt. Im selben Jahr wurde der General nach Syrien entsandt, wo er bis Juni 2021 die russische Militärgruppe leitete.
Laut der Zeitung „Iswestija“ wurde Alexander Tschaiko im Jahr 2020 mit dem Titel Held der Russischen Föderation ausgezeichnet.
Einige Analysten und Medienvertreter sind der Ansicht, dass dieser Personalwechsel mit der Zunahme von Drohnenangriffen der ukrainischen Streitkräfte auf strategische Objekte auf russischem Territorium zusammenhängen könnte.
Insbesondere die russische Kraftstoff- und Energieinfrastruktur wurde in den letzten Monaten mehrfach angegriffen. Es heißt, dass die Angriffe auf baltische Häfen im März die Ölversorgung beeinträchtigt haben.
Im April wurden insgesamt 20 Angriffe auf neun Ölraffinerien in Russland registriert. Quellen zufolge wurden die Produktionsprozesse in fünf von ihnen vorübergehend eingestellt.
Besonders die Tatsache, dass Anlagen in der Stadt Tuapse mehrfach getroffen wurden, sowie Angriffe auf die Unternehmen „Transneft“ und „Permnefteorgsintez“ in der Region Perm sorgen für große Diskussionen.
Bisher haben russische Beamte nicht offiziell bestätigt, dass der Personalwechsel mit diesen Ereignissen zusammenhängt. Analysten vermuten jedoch, dass hinter solchen Veränderungen im Militärsystem der wachsende Druck im Sicherheits- und Verteidigungssektor steckt.
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