Gesundheit der Jugend in Gefahr: Ursachen für Krebsanstieg in England

In den letzten Jahren ist in der Medizin ein besorgniserregender Trend zu beobachten: Krankheiten, die früher hauptsächlich bei älteren Menschen auftraten, werden nun zunehmend auch bei Vertretern der jungen Generation festgestellt. Eine neue Studie englischer Wissenschaftler hat diesbezüglich bittere Wahrheiten ans Licht gebracht.
Zamin.uz analysiert die rätselhaften Ursachen der Krebszunahme unter Jugendlichen und die dagegen ergriffenen Maßnahmen.
Besorgniserregende Statistiken: Wer ist gefährdet?
Laut Angaben der Zeitung The Independent wurden im Jahr 2023 in England bei der Bevölkerung im Alter von 20 bis 49 Jahren rund 31.000 Krebsfälle diagnostiziert. Das bedeutet, dass einer von tausend Menschen an dieser gefährlichen Krankheit erkrankt ist.
Zum Vergleich: In der Altersgruppe der 50- bis 79-Jährigen ist dieser Wert deutlich höher (einer von hundert), doch das Wachstumstempo unter jungen Menschen beunruhigt die Experten.
Häufigste Krebsarten bei jungen Patienten:
Brustkrebs — 8,5 Tausend Fälle.
Darmkrebs — 3 Tausend Fälle.
Melanom (Hautkrebs) — 2,8 Tausend Fälle.
Fettleibigkeit — der Hauptschuldige?
Experten des Imperial College London und des Institute of Cancer Research (ICR) stießen auf eine interessante Situation: Obwohl traditionelle Risikofaktoren wie Rauchen und Alkoholkonsum zurückgehen, nehmen die Krebsfälle zu. Als Hauptverdächtiger gilt dabei Fettleibigkeit.
Seit 1995 nimmt die Gewichtszunahme in der Bevölkerung kontinuierlich zu.
Biologischer Mechanismus: Insulin und Entzündungen
Laut Professor Mark Gunter steht Übergewicht in direktem Zusammenhang mit 19 Krebsarten. Der Grund dafür ist, dass bei zu Fettleibigkeit neigenden Menschen der Insulinspiegel erhöht ist, was das rasche Wachstum von Tumorzellen antreibt.
Darüber hinaus schaffen chronische Entzündungsprozesse im Körper ein günstiges Umfeld für die Krankheitsentwicklung.
11 lebensstilbedingte Risikoarten
Die Forscher analysierten das nationale Register für den Zeitraum 2001–2019 und identifizierten 11 Krebsarten, die bei jungen Menschen häufig auftreten und mit dem Lebensstil zusammenhängen:
Schilddrüsen-, Leber-, Nieren- und Gallenblasenkrebs;
Bauchspeicheldrüsen- und Darmkrebs;
Endometriumkarzinom (Gebärmutter), Brust- und Eierstockkrebs;
Multiples Myelom und Mundhöhlenkrebs.
Bemerkenswert ist, dass Darm- und Eierstockkrebs nur in jüngeren Altersgruppen zunehmen, was besondere Aufmerksamkeit erfordert.
Nicht nur Gewicht: Weitere rätselhafte Faktoren
Allerdings lässt sich laut den Wissenschaftlern nicht alles allein mit Fettleibigkeit erklären. Auch bei jungen Menschen mit normalem Body-Mass-Index (BMI) tritt die Krankheit auf. Als mögliche Ursachen werden folgende vermutet:
Ultra-verarbeitete Lebensmittel: Produkte mit hohem Gehalt an chemischen Zusatzstoffen.
Antibiotika: Ihr übermäßiger Einsatz kann die Darmflora verändern.
Ökologische Umwelt: Umweltverschmutzung.
Kampf auf Staatsebene
Die Leiterin des britischen Krebsforschungszentrums, Michelle Mitchell, fordert umfassende Maßnahmen zur Bewältigung der Lage. Dazu gehören die Einschränkung von Werbung für schädliche Lebensmittel, die Förderung gesunder Produkte und die weitere Verbesserung des Diagnosesystems.
Liebe Leser, welche Gewohnheit unseres modernen Lebensstils stellt Ihrer Meinung nach die größte Gefahr für unsere Gesundheit dar? Was würden Sie in Ihrem Alltag ändern, um gesünder zu leben?
Bleiben Sie uns treu, vernachlässigen Sie Ihre Gesundheit nicht!
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