KI-Zentren könnten den Bau neuer Häuser stoppen

Die britische Regierung plant, Rechenzentren für künstliche Intelligenz beim Anschluss an das Stromnetz zu priorisieren. Bauunternehmen befürchten jedoch, dass diese Entscheidung den Bau neuer Häuser ernsthaft behindern könnte. Darüber berichtet bbc.com.
Derzeit muss sich jede neue Infrastruktur, von Krankenhäusern bis hin zu Industrieanlagen, in eine virtuelle Warteschlange einreihen, um an das Stromnetz angeschlossen zu werden. In der ersten Hälfte des Jahres 2025 wuchs diese Warteschlange um 460 Prozent. Dies ist hauptsächlich auf sehr energieintensive Rechenzentren zurückzuführen. Infolgedessen müssen einige Projekte jahrelang auf ihren Start warten.
Nach neuen Vorschlägen könnten Projekte, die Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen versprechen, die Warteschlange umgehen. Die Regierung möchte diese Möglichkeit kritischen Projekten wie der KI-Infrastruktur und Ladestationen für Elektrofahrzeuge einräumen. KI-Minister Kanishka Narayan betonte seine Überzeugung, dass diese Reformen das Land wohlhabender und gerechter machen werden.
Die Home Builders Federation ist jedoch unzufrieden darüber, dass neue Häuser nicht in die Liste der prioritären Infrastruktur aufgenommen wurden. Der Vertreter der Föderation, Steve Turner, erklärte, dass es ungerecht sei, energieintensiven Rechenzentren während einer anhaltenden Wohnungskrise Vorrang vor energieeffizienten Einfamilienhäusern zu geben. Wenn der Wohnungsbau vernachlässigt wird, könnte der Bau neuer Häuser in Gebieten mit begrenzter Stromkapazität vollständig zum Erliegen kommen.
Derzeit gibt es landesweit etwa 500 Rechenzentren, die 2 Prozent des gesamten Stroms verbrauchen. Mit der Entwicklung der KI wird erwartet, dass sich diese Zahl bis 2050 versechsfacht. In einigen Gebieten Londons wurde der Bau neuer Häuser bereits vorübergehend gestoppt, da das Stromnetz seine maximale Kapazität erreicht hat.
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