Lebender Prozessor: Wissenschaftler schufen eine Fusion aus Gehirnzellen und Elektronik

Moderne Systeme der künstlichen Intelligenz sind von der Struktur des menschlichen Gehirns inspiriert, laufen jedoch auf Siliziumchips und verbrauchen viel Strom. Forscher der Princeton University haben anstatt biologische Prozesse nur nachzuahmen eine Hybridplattform geschaffen, die lebende Nervenzellen mit flexibler Elektronik verbindet. Dieses 3D-MIND-Gerät, das im Journal Nature Electronics veröffentlicht wurde, zielt darauf ab, die Energieeffizienz des menschlichen Gehirns mit Technologie zu harmonisieren. Dies berichtet Ixbt.com als Nachricht.
Das Team um den Studienautor Tian-Ming Fu entwickelte ein dreidimensionales, flexibles elektronisches Netz, das sich von herkömmlichen flachen Neurochips unterscheidet. Gehirnzellen wachsen in diesem Netz und bilden eine nahtlose Integration von Biologie und Elektronik. Da das Gerät aus weichen Materialien besteht, die dem Gehirngewebe ähneln, kann es über sechs Monate lang ohne Beeinträchtigung der Zellaktivität funktionieren.
Die in 3D-MIND eingebetteten Sensoren ermöglichen es, die elektrische Aktivität von Neuronen zu überwachen und präzise Signale an sie zu senden. Durch diesen Ansatz erzielten die Wissenschaftler eine weitaus komplexere und effizientere Rechenleistung als mit 2D-Systemen. Dies könnte eine neue Ära einläuten, nicht nur für energieeffiziente KI-Systeme, sondern auch für die Erforschung neurologischer Erkrankungen und das Testen von Medikamenten.
Derzeit arbeiten die Wissenschaftler daran, das Gerät zu skalieren und die Anzahl der Sensoren zu erhöhen. In Zukunft sollen diese Hybridsysteme biologische Anpassungsfähigkeit mit elektronischer Präzision kombinieren und revolutionäre Veränderungen in der Medizin und Computertechnik bewirken.
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