Fontänen abgesagt: Wissenschaftler widerlegen Existenz von Geysiren auf dem Jupitermond Europa

Eine sensationelle Studie, die 2014 im Journal Science veröffentlicht wurde, prägte die Erforschung eisiger Monde im Sonnensystem. Damals gaben Wissenschaftler auf Basis von Daten des Hubble-Weltraumteleskops bekannt, dass Wasserdampf 200 Kilometer hoch unter der Eiskruste des Mondes Europa hervorbrach. Neue Forschungen zeigen jedoch, dass diese Schlussfolgerungen falsch waren. Dies berichtet Ixbt.com berichtet .
Laut einem neuen Artikel im Journal Astronomy and Astrophysics war die damalige Entdeckung tatsächlich das Ergebnis eines technischen Fehlers. Interessanterweise wurde diese Widerlegung von Lorenz Roth, dem Autor des Artikels von 2014 und Doktor am KTH Royal Institute of Technology in Schweden, geleitet. Sein Team analysierte alle Daten, die das Hubble-Teleskop über 14 Jahre gesammelt hatte, erneut.
Es stellte sich heraus, dass das, was als Geysire wahrgenommen wurde, durch eine fehlerhafte Koordinatenzuordnung auf dem Detektor des Teleskops verursacht wurde. Eine Verschiebung der Position der Mondscheibe im Bild um nur ein oder zwei Pixel veränderte die Spektralanalyse grundlegend. Bei korrekten Berechnungen verwandelten sich die riesigen 200-Kilometer-Fontänen in bloßes statistisches Rauschen.
Diese Nachricht war ein unerwarteter Schlag für die von der NASA gestartete Europa Clipper-Sonde. Das Raumschiff, das 2031 das Jupitersystem erreichen wird, hatte geplant, die Zusammensetzung des Ozeans durch genau diese Geysire ohne Bohrungen zu untersuchen. Nun könnte das wissenschaftliche Programm der Mission überarbeitet werden, da klar ist, dass keine Ozeanproben in den Weltraum geschleudert werden.
Dennoch bestreiten Wissenschaftler nicht die Existenz eines unterirdischen Ozeans auf Europa. Geologische Beweise deuten weiterhin auf flüssiges Wasser hin, aber es ist klar, dass die Untersuchung viel schwieriger sein wird als erwartet. Das letzte Wort wird Europa Clipper haben, das in fünf Jahren sein Ziel erreicht.
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