Wie positioniert sich Iran zur Öffnung der Straße von Hormus?

Teheran führt derzeit diplomatische Gespräche mit einigen Ländern, die als Nächste die Straße von Hormus passieren möchten. Dies gab der iranische Außenminister Abbas Araqchi bekannt, nannte aber keine konkreten Länder.
Araqchi erklärte, die endgültige Entscheidung liege beim Militär; neben einer politischen Vereinbarung spielten militärische Überwachung und Kontrolle demnach eine wichtige Rolle. Später bestätigte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghani, dass Schiffe einiger Länder eine Sondergenehmigung erhalten und die Straße passiert hätten.
Experten zufolge gelingt es Teheran nicht, Hormus vollständig zu öffnen, sondern vielmehr durch eine Politik der selektiven Genehmigung. Dies diene dazu, den politischen Druck zu verringern und Spannungen auf dem globalen Ölmarkt entgegenzuwirken.
US-Präsident Donald Trump appellierte unterdessen an die europäischen Verbündeten, sich den Bemühungen um die Öffnung der Straße anzuschließen. Er warnte sogar, die NATO stehe vor einer „sehr düsteren Zukunft“, wenn sie nicht helfe.
Europäische Länder, darunter Großbritannien, Deutschland und Frankreich, sowie andere NATO-Mitglieder haben jedoch erklärt, ihre Militärpräsenz im Nahen Osten nicht auszuweiten. Analysten zufolge könnten die USA die Straße von Hormus zwar notfalls mit Gewalt öffnen, doch dies wäre gefährlich und würde zu globalen Spannungen führen.
Darüber hinaus könnte eine Landoperation notwendig sein, um die Straße von Hormus vollständig zu öffnen. Dies würde einen langwierigen Militäreinsatz mit potenziell erheblichen Verlusten nach sich ziehen.
Die Frage der Straße von Hormus ist somit nicht nur regional, sondern auch global politisch und wirtschaftlich relevant und stellt die politischen Strategien Irans, der USA und europäischer Länder auf die Probe.
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