Ukrainische Drohnen greifen Hafen von Primorsk an und verursachen Brand

Die ukrainischen Streitkräfte setzen ihre Angriffe auf strategische Erdöl-Infrastrukturen auf russischem Territorium fort. Nach einer Reihe von Schlägen in den Regionen Tuapse und Perm in den vergangenen Tagen erreichten ukrainische Drohnen nun den wichtigen Hafen Primorsk in der Ostseeregion.
Dieser Hafen gilt als einer der größten Ölverladepunkte Russlands.
In der Nacht zum 3. Mai wurde die Oblast Leningrad Ziel eines großangelegten Drohnenangriffs.
Wie der Gouverneur der Region, Alexander Drosdenko, mitteilte, zerstörten die Luftabwehrsysteme mehr als 60 Drohnen. Er betonte, dass der Seehandelshafen Primorsk das Hauptziel des Angriffs gewesen sei.
Während der Abwehr der Angriffe brach im Hafengebiet ein Feuer aus. Offiziellen Angaben zufolge konnten die Folgen des Brandes teilweise eingedämmt werden; ein Austreten von Erdölprodukten wurde nicht verzeichnet.
Den Daten des internationalen Monitoring-Dienstes FIRMS zufolge sind jedoch weiterhin Anzeichen eines Brandes im Hafengebiet zu beobachten.
Die lokale Publikation „Astra“ berichtete, dass bei dem Angriff ein Ölverladepier sowie vermutlich ein Luftabwehrsystem vom Typ „Panzir“ beschädigt wurden. Dies deutet darauf hin, dass der Angriff präzise und gezielt durchgeführt wurde.
Augenzeugenberichten zufolge waren die Auswirkungen des nächtlichen Angriffs auch in Sankt Petersburg spürbar. Laut Informationen der Medien „Rotonda“ und „Fontanka“ waren in der Stadt laute Explosionsgeräusche zu hören, die vermutlich mit der Arbeit der Luftabwehrsysteme in Verbindung stehen.
Zudem klagten Anwohner über den Ausfall des mobilen Internets.
Aufgrund des Angriffs wurde der Betrieb des Flughafens Pulkowo vorübergehend eingestellt, was zur Verspätung oder Annullierung Dutzender Flüge führte. Dies unterstreicht, dass der Angriff nicht nur militärische, sondern auch zivile Infrastrukturen beeinträchtigt hat.
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden in jener Nacht insgesamt 334 Drohnen über 15 Regionen des Landes sowie über der annektierten Krim abgeschossen. In der Oblast Moskau kam bei einem Drohnenangriff ein 77-jähriger Bürger ums Leben, in der Oblast Smolensk wurden drei Personen verletzt.
Es wird berichtet, dass die Ukraine seit Ende März ihre Angriffe auf die wichtigsten Ölexporthäfen Russlands in der Ostseeregion – Ust-Luga und Primorsk – intensiviert hat. Diese Häfen sind für den russischen Ölexport im Westen von strategischer Bedeutung.
Der Hafen Primorsk verfügt über eine Verladekapazität von mehr als einer Million Barrel Öl pro Tag und spielt eine zentrale Rolle beim Export von russischem Urals-Öl. Im Jahr 2025 betrug der Güterumschlag über diesen Hafen rund 64 Millionen Tonnen.
Vor dem Hintergrund der Angriffe wurde bekannt gegeben, dass der Betrieb der Häfen Ust-Luga und Primorsk vorübergehend ausgesetzt wurde. Der Gouverneur der Oblast Leningrad betonte, dass die Region faktisch zu einem frontnahen Gebiet werde.
Diese Ereignisse verdeutlichen, dass sich die geopolitische Lage in der Region weiter zuspitzt und Energieinfrastrukturen weiterhin im Zentrum der Angriffe stehen.
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