Andrij Jermak wegen Geldwäsche von 460 Millionen Hrywnja unter Ermittlung

Die wichtigsten Antikorruptionsbehörden der Ukraine – das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) – haben schwere Vorwürfe gegen eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der ukrainischen Politik erhoben. Der ehemalige Leiter des Präsidialamtes, Andrij Jermak, steht im Verdacht, riesige Summen illegal erlangter Gelder gewaschen zu haben.
9-Millionen-Euro-Bauskandal
Den Ermittlungen zufolge geht es um die „Wäsche“ von etwa 460 Millionen Hrywnja (fast 8,9 Millionen Euro) über eines der Elite-Bauprojekte in der Region Kiew. Es wird berichtet, dass Jermak innerhalb einer organisierten Gruppe agiert haben könnte, die speziell für die Durchführung dieser kriminellen Machenschaften gebildet wurde.
Dieses geheime Netzwerk wurde von ukrainischen Strafverfolgungsbehörden während einer groß angelegten Operation namens „Midas“ aufgedeckt.
„Nur ein Auto und eine Wohnung...“
Laut der Publikation „Ukrainskaja Prawda“ hat der ehemalige Beamte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe scharf zurückgewiesen. In Bezug auf sein Vermögen versucht er sich zu rechtfertigen, indem er betont, keine überschüssigen Gelder zu besitzen und nur ein Auto sowie eine Wohnung zu besitzen.
Rücktritt und Korruptionskette
Zur Erinnerung: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj entließ Jermak am 28. November 2025. Zuvor hatte der Politiker nach aufsehenerregenden Korruptionsskandalen um das Staatsunternehmen „Energoatom“ und Hausdurchsuchungen seinen Rücktritt eingereicht.
Politischer Einfluss und erwartetes Ergebnis
Andrij Jermak leitete die Verwaltung des Staatsoberhauptes seit Februar 2020. Er galt nicht nur als engster Vertrauter Selenskyjs, sondern auch als die mächtigste Person im ukrainischen Entscheidungssystem nach dem Präsidenten.
Laut dem Berater des Präsidenten, Dmytro Lytwyn, ist die Bekanntgabe dieses kriminellen Verdachts keine Überraschung.
„Diskussionen und Spekulationen zu diesem Thema kursieren schon lange in den Medien“, sagte er in einem Interview.
Derzeit setzen die ukrainischen Antikorruptionsbehörden ihre Ermittlungen fort. Sollte Jermaks Schuld bewiesen werden, könnte dies zu einem der größten Korruptionsprozesse in der Geschichte des Landes werden.
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