Euro NCAP reformiert ADAS-Systeme: Schluss mit nervigen Signalen

Euro NCAP, die führende europäische Organisation für Fahrzeugsicherheit, plant bis Ende des Jahrzehnts neue Sicherheitssysteme einzuführen, die sich an den Zustand des Fahrers anpassen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, das wachsende Misstrauen gegenüber modernen Fahrerassistenzsystemen (ADAS) abzubauen. Gemäß den 2019 verabschiedeten GSR2-Vorschriften müssen alle Neuwagen mit Funktionen wie dem intelligenten Geschwindigkeitsassistenten (ISA) und dem Notbremsassistenten (AEB) ausgestattet sein, doch viele Fahrer empfinden diese Systeme als zu aufdringlich und ablenkend. Dies berichtet Autocar.co.uk berichtet .
Laut einer Umfrage von Thatcham Research fühlen sich zwar 82 % der Fahrer mit ADAS sicherer, aber jeder Vierte empfindet diese Technologien als nervig. Der technische Leiter von Euro NCAP, Adriano Palao, betont, dass die Systeme den Zustand des Fahrers verstehen müssen. Wenn der Fahrer beispielsweise aufmerksam auf die Straße schaut, sollte der Spurhalteassistent nicht in die Lenkung eingreifen.
Der neue Ansatz beinhaltet auch die Unterscheidung des Ablenkungsgrades des Fahrers. Das System sollte bei natürlichen Handlungen wie dem Verringern der Radiolautstärke oder dem Anpassen der Temperatur keine Warnungen ausgeben. Dies stellt sicher, dass sich Fahrer nicht vom System "überwacht" fühlen. Aktuelle Systeme können Müdigkeit oft nicht präzise von Ablenkung unterscheiden, was zu einem Vertrauensverlust führt.
Darüber hinaus arbeitet Euro NCAP daran, Airbags und Sicherheitsgurte intelligenter zu machen. Spezielle Sensoren erfassen Größe und Gewicht des Passagiers und passen die Auslösekraft des Airbags sowie die Gurtspannung individuell an. Dies verringert das Risiko von Verletzungen, die durch die Sicherheitssysteme selbst bei einem Unfall verursacht werden könnten.
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