Trump erwägt ernsthaft einen Austritt aus der NATO

US-Präsident Donald Trump erklärte am 1. April in einem Interview mit der britischen Zeitung „The Telegraph“, dass die USA einen Austritt aus der NATO ernsthaft erwägen. Seiner Ansicht nach habe die Weigerung der NATO-Mitgliedstaaten, die USA und Israel bei möglichen Militäraktionen gegen den Iran zu unterstützen, die Situation verschärft.
Im Gespräch mit Journalisten bezeichnete Trump die NATO als „Papiertiger“ und äußerte Zweifel an ihrer Effektivität. „Das ist kein Thema, das nicht der Diskussion bedarf. Die NATO hat mich noch nie überrascht. Ich habe sie immer als Macht auf dem Papier betrachtet. Selbst Putin versteht das sehr gut“, sagte er.
Trump merkte an, dass die NATO-Staaten sich geweigert hätten, an der Operation zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus teilzunehmen, die vom Iran blockiert worden war. Da rund 20 Prozent des weltweiten Öltransports durch diese strategisch wichtige Meerenge verlaufen, wird die Bedeutung des Themas sicherlich zunehmen.
Der Präsident kritisierte die Verbündeten und merkte an, dass sie in dieser Situation nicht aktiv gewesen seien: „Sie waren nicht da. Das hätte selbstverständlich sein müssen. Ich spreche hier nicht von einem Handel oder einem Abkommen – das ist eine Selbstverständlichkeit“, sagte er.
Trump brachte auch die Idee ins Spiel, dass die Ukraine sich an dieser Operation hätte beteiligen sollen. Seiner Ansicht nach hätten die Vereinigten Staaten Kiew zwar maßgeblich unterstützt, aber im Gegenzug nicht genügend Unterstützung erhalten.
Zuvor hatte auch US-Außenminister Marco Rubio die Notwendigkeit betont, die Beziehungen zur NATO zu überdenken. Seiner Meinung nach könnte eine solche Zusammenarbeit ineffektiv sein, wenn das Bündnis nur europäischen Interessen diene und die Interessen der USA ignoriert würden.
Während des Interviews kritisierte Trump auch den britischen Premierminister Keir Starmer und verurteilte dessen Weigerung, Streitkräfte in die Straße von Hormus zu entsenden, scharf. Gleichzeitig äußerte er sich kritisch über die militärischen Fähigkeiten Großbritanniens.
Keir Starmer betonte daraufhin, dass Großbritannien eine unabhängige Entscheidung auf Grundlage nationaler Interessen treffen werde. Laut Starmer bleibe die Stärkung der Zusammenarbeit mit europäischen Ländern in den Bereichen Verteidigung, Sicherheit und Wirtschaft angesichts der aktuellen globalen Instabilität eine Priorität für Großbritannien.
Trumps Äußerungen haben generell neue Diskussionen in der internationalen Politik ausgelöst und die Fragen nach der Zukunft der NATO und der globalen Strategie der USA noch dringlicher gemacht.
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