Wie Bewegung das Gehirn vor Stress schützt

Wissenschaftler der Universität Laval haben eine neue Entdeckung gemacht, die beweist, wie wichtig körperliche Aktivität für die psychische Gesundheit ist. Laut einer in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlichten Studie stärkt regelmäßige Bewegung das Abwehrsystem des Gehirns und reduziert Symptome von Depressionen und Angstzuständen deutlich.
Die Blut-Hirn-Schranke: Der „Zolldienst“ des Gehirns
Die Studie konzentrierte sich auf ein komplexes System, die sogenannte Blut-Hirn-Schranke. Diese Schranke fungiert als eine Art „Filter“, der das Gehirn vor schädlichen Substanzen und Entzündungsmolekülen im Blutkreislauf schützt.
Experimente an Mäusen haben Folgendes gezeigt:
- Die Auswirkungen von Stress: Chronischer sozialer Stress beeinträchtigt die Integrität dieser Schranke.
- Proteinmangel: Stress reduziert die Menge des Proteins Claudin-5, das Zellen miteinander verbindet, was zu Depressionen und Angstzuständen führen kann.
Die Wirkung von Bewegung und anregender Umgebung
Als Wissenschaftler Tiere beobachteten, die sich ständig bewegten oder in einer Umgebung mit verschiedenen Spielzeugen und Annehmlichkeiten lebten (anregende Umgebung), bot sich ihnen ein völlig anderes Bild. Bei diesen Tieren war die Blut-Hirn-Schranke nahezu intakt, und ihr Verhalten blieb stabil.
FGF2 ist der Schlüssel zur Resilienz
Die Forscher fanden heraus, dass das Protein FGF2 der Hauptfaktor für diese Schutzwirkung ist. Körperliche Bewegung und eine anregende Umgebung erhöhen die Menge dieses Proteins im Gehirn.
- Das Ergebnis: Tiere mit erhöhten FGF2-Werten zeigten eine höhere Stressresistenz.
- Offenbarung: Wurde die Menge dieses Proteins künstlich reduziert, konnte selbst körperliche Bewegung nicht vor Stress schützen.
Biomarker für die menschliche Gesundheit
Besonders interessant ist, dass das Protein FGF2 durch einen Bluttest nachgewiesen werden kann. Seine Konzentration beim Menschen korreliert mit dem Schweregrad von Depressionen, was zukünftig neue Möglichkeiten für die Früherkennung psychischer Erkrankungen eröffnen könnte.
So schützt ein einfacher Spaziergang oder sportliche Betätigung nicht nur den Körper, sondern auch die wichtigsten Schutzschichten unseres Gehirns.
Ist Sport Ihrer Meinung nach der beste Weg, Alltagsstress abzubauen, oder reicht es aus, einfach die Umgebung zu wechseln?
Lesen Sie „Zamin“ auf Telegram!