Milliarden aus dem Haushalt und ein Limit von 27 Millionen: Die bittere Realität im Fußball

Im usbekischen Fußball weht ein Wind großer Veränderungen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Klubs wurden Mittel direkt aus der Staatskasse zugewiesen, doch die strengen Anforderungen an die Verwendung dieser Gelder haben viele überrascht. Zamin.uz präsentiert diese „wirtschaftliche Revolution“ in der Fußballwelt und ihre bitteren Details.
Die „Zügel“ für Staatsgelder: Nicht mehr als 27 Millionen!
Nach dem neu eingeführten System leiten staatliche Unternehmen, die bisher die Teams der Superliga finanziert haben, ihre Mittel nun in einen einzigen zentralisierten Fonds. Unter der Aufsicht des usbekischen Fußballverbandes (UFA) wird jedem Klub schrittweise ein Betrag von insgesamt 35 Milliarden Som überwiesen. Es gibt jedoch ein entscheidendes „Aber“: Die Obergrenze für die monatlichen Gehälter, die aus diesen staatlichen Geldern an Spieler oder Mitarbeiter gezahlt werden dürfen, wurde auf 27 Millionen Som festgelegt. Nach Abzug der Steuern beläuft sich der Betrag, den ein Spieler tatsächlich erhält, auf etwa 23 Millionen Som.
Diese Beschränkung gilt nicht nur für die Spieler. Beispielsweise gibt es auch für Cheftrainer ein Limit – deren Gehalt kann sogar unter 10 Millionen Som liegen. Diese Neuerung hat jene Klubs in einen regelrechten Schockzustand versetzt, die zu Beginn des Jahres Verträge mit Legionären unter hohen Gehaltsversprechen unterzeichnet hatten.
Motivation der Legionäre und die Last alter Schulden
Berichten zufolge haben ausländische Spieler bei einem der Hauptstadtklubs das Training verweigert, nachdem sie von dieser Gehaltsregelung erfahren hatten. Dies ist nachvollziehbar, da Legionäre, die mit großen Erwartungen gekommen sind, für 23 Millionen Som wohl kaum bereit sein dürften, ihre Fußballschuhe zu schnüren.
Die Situation ist besonders für Mannschaften wie „Bunyodkor“ extrem kompliziert. Die „Schwalben“ kämpfen immer noch mit der Rückzahlung von Schulden in Höhe von 9,5 Millionen US-Dollar (eine Summe in Som, die kaum auf einen Taschenrechner passt), die noch aus der Ära von Rivaldo und Denilson stammen. Dabei hatten jene damaligen PR-Kampagnen dem usbekischen Fußball kaum positive Ergebnisse gebracht.
Wohin flossen die Milliarden?
Vertreter von „Oʻzbekneftgaz“ gaben an, dass diese Organisation allein früher jährlich fast 300 Milliarden Som (ca. 25 Millionen US-Dollar) für den Fußball ausgegeben hat. Wenn ein einziges Unternehmen bereits solche Summen bereitstellte, lässt sich unschwer erahnen, welche riesigen Beträge über die Jahre von Staatsbetrieben in den Fußball geflossen sind.
„Bittere Medizin“ – Ein Schritt in Richtung Genesung
Der Staat signalisiert den Klubs: „Wir übernehmen einen Teil der Kosten, den Rest müssen Sie über Sponsoren selbst erwirtschaften.“ Dies ist der erste Schritt zur schrittweisen Privatisierung des Fußballs und zur Lösung aus der staatlichen Abhängigkeit.
Sicherlich sind 27 Millionen Som für Starspieler wenig, aber für einen jungen Mann, der den Sprung in den Kader anstrebt, ist dies ein enormer Anreiz. Ein junger Spieler, der monatlich 2.000 US-Dollar verdient, wird auf dem Platz zweifellos vollen Einsatz zeigen; von einem Profi hingegen, der an 10.000 US-Dollar gewöhnt ist, lässt sich für dieses Gehalt schwerlich das gleiche Ergebnis erwarten.
Der Staat wollte durch die drastische Kürzung der Mittel für den Fußball nicht abrupt die „Sauerstoffzufuhr unterbrechen“. Diese zwei- bis dreijährige Übergangsphase bietet den Klubs die Möglichkeit, ihren eigenen Weg zu finden. Künftig sollen Budgetmittel nicht in den Fußball, sondern in den Bau von Schulen, Krankenhäusern und Straßen fließen.
Liebe Fans, halten Sie die Gehaltsobergrenze von 27 Millionen Som für richtig oder wird dies zu einem Leistungsabfall in unserem Fußball führen? Sollten Staatsgelder eher für Schulen oder für Stadien ausgegeben werden?
Verfolgen Sie weiterhin die aktuellsten und wichtigsten Themen des usbekischen Fußballs auf Zamin.uz.
Wie stellen Sie sich die Zukunft des usbekischen Fußballs ohne staatliche Gelder vor?
Lesen Sie „Zamin“ auf Telegram!