Die Gefahr von Nahrungsmittelknappheit weltweit nimmt zu

Die Länder nähern sich einer Nahrungsmittelknappheit. Insbesondere sind 50 Prozent der weltweit produzierten Lebensmittel von Kunstdünger abhängig. Dies warnte der Analyst Lukas Ekuame.
In der Nordhalbkugel beginnt die Anbausaison, doch die Verfügbarkeit von Düngemitteln ist stark eingeschränkt.
Aufgrund von Problemen im Hormus-Straße sind rund 30 Prozent der Düngermittel-Lieferungen und 20 Prozent der Flüssiggas-Lieferungen (LNG) unterbrochen. China hat ebenfalls Exportbeschränkungen verhängt, was weitere 30 Prozent des Marktes gefährdet. Da die meisten Kunstdünger aus Erdgas hergestellt werden, führt ein Mangel an Gas zu einem Düngemitteldefizit.
Auch die „Financial Times“ warnt davor, dass die Welt einer der größten Nahrungsmittelknappheiten in ihrer Geschichte gegenüberstehen könnte.
Konflikte im Nahen Osten sind die Ursache, da sie die Düngemittelversorgung gefährden und zu einem raschen Anstieg der Energiepreise geführt haben. In dieser Situation sind Entwicklungsländer am verwundbarsten. Auch die landwirtschaftlichen Regionen von Indien, Bangladesch und den USA sind gefährdet: Dort leiden die Bauern bereits unter einem Mangel an Gas, Kraftstoff und Düngemitteln.
Diesen Unterbrechungen liegen Stillstände von Düngemittelfabriken in Katar und Algerien zugrunde. Die Blockade des Hormus-Straße verschärfte die Lage weiter, da steigende Energiepreise die Kosten für Transport, Verarbeitung und Lagerung erhöhten.
Laut Experten könnte der anhaltende Konflikt im Nahen Osten die Nahrungsmittelpreise weltweit drastisch in die Höhe treiben. Die größten Schäden werden Maisanbauer erleiden, da diese Kulturpflanze den höchsten Bedarf an Stickstoffdünger hat. Der daraus resultierende Preisanstieg von Mais, der Grundnahrungsmittel für Vieh- und Geflügelhaltung ist, führt zu höheren Produktionskosten in diesen Sektoren.