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Warum sorgt das Hantavirus für Panik: Ist es ein „zweites COVID“?

Warum sorgt das Hantavirus für Panik: Ist es ein „zweites COVID“?

Anfang Mai 2026 erregten Berichte über einen Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius weltweite Aufmerksamkeit. Die durch das Virus verursachten Todesfälle auf dem Schiff, das von Argentinien nach Kap Verde unterwegs war, lösten in den sozialen Medien heftige Diskussionen aus.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind drei der 147 Passagiere des Schiffes verstorben — ein 69-jähriger Niederländer, seine 70-jährige Ehefrau und ein 69-jähriger britischer Staatsbürger. Insgesamt wurden acht Personen mit der Krankheit diagnostiziert. Die Schiffsbesatzung und die Passagiere wurden unter Quarantäne gestellt.

Das Schiff ist derzeit auf dem Weg zum Hafen von Teneriffa. Es wurde mitgeteilt, dass gesunde Passagiere in ihre Heimatländer zurückgebracht werden. Die Sorgen haben sich jedoch verschärft, da etwa 40 Passagiere das Schiff verließen, bevor die Nachricht über das Virus bekannt wurde. Gesundheitsbehörden in mindestens zehn Ländern überwachen derzeit ihren Zustand.

Am 8. Mai wurde auch in Israel der erste Fall von Hantavirus registriert. Einen Tag später gab es Berichte, dass auf einem weiteren Kreuzfahrtschiff mehr als 110 Menschen erkrankt seien.

Was ist also das Hantavirus?

Experten weisen darauf hin, dass es über 20 Arten von Hantaviren gibt, die hauptsächlich schwere Atemwegserkrankungen verursachen. Die Hauptüberträger des Virus sind Nagetiere. Menschen infizieren sich meist durch den Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Tiere.

Das Hantavirus kann die Lungen- und Nierenfunktion schwer schädigen. Die Krankheit geht meist mit Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Übelkeit und starker Müdigkeit einher. Experten empfehlen, bei Verdacht auf das Virus 72 Stunden nach den ersten Symptomen einen erneuten Test durchzuführen. Derzeit gibt es kein spezifisches Heilmittel gegen das Virus; Patienten erhalten unterstützende Behandlungen.

Es wird berichtet, dass auch der erste Passagier, der auf der MV Hondius verstarb, das Virus durch Nagetiere übertragen bekam. Der Mann war in Gebieten Südamerikas gereist, in denen Hantavirus-tragende Nagetiere leben.

Experten betonen, dass der in Lateinamerika vorkommende Andes-Stamm die einzige Hantavirus-Art ist, die von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Die Weltgesundheitsorganisation hat jedoch erklärt, dass dies sehr selten ist und einen längeren Kontakt erfordert.

Die WHO erklärte zudem, dass es falsch sei, die Situation um das Hantavirus als „zweites COVID“ zu bezeichnen.

„Hantaviren sind uns schon lange bekannt. Wir verstehen ihre Eigenschaften gut. Sie verbreiten sich nicht so schnell wie das Coronavirus“, sagte Maria Van Kerkhove, amtierende Direktorin für Epidemie- und Pandemieprävention bei der WHO.

Dennoch nimmt die Panik in den sozialen Medien zu. Einige Nutzer verbreiten erneut „Vorhersagen“ über das Hantavirus, die 2012 und 2022 auf Twitter gemacht wurden. Insbesondere ein Beitrag des Mikrobiologen Jason Tetro aus dem Jahr 2012, der schrieb, er habe von Plänen gehört, das Hantavirus von Mensch zu Mensch übertragbar zu machen, um eine Pandemie zu erzeugen, hat wieder an Popularität gewonnen.

Darüber hinaus wurde ein Konto namens @iamasoothsayer im Jahr 2022 zum Mittelpunkt der Diskussion, weil es den Beginn einer Hantavirus-Pandemie im Jahr 2026 „vorhergesagt“ hatte.

Einige Nutzer sozialer Medien haben begonnen, humorvolle Videos über die „neue Pandemie“ zu posten und erinnern dabei an beliebte Trends aus der Pandemiezeit 2020, wie Dalgona-Kaffee und TikTok-Tänze.

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