Ungewöhnlich kleiner Radioring in einer Galaxiengruppe entdeckt

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Wissenschaftlern des italienischen Nationalen Instituts für Astrophysik (INAF) hat eine seltene Radioquelle namens J1248+4826 identifiziert. Dieses Objekt gehört zur Klasse der "Odd Radio Circles" (ORCs), wobei sein zentraler Ring nur 30 Kiloparsec misst. Dieser Wert ist fünfmal kleiner als die typische Größe ähnlicher Strukturen. Dies berichtet Ixbt.com berichtet.
Daten, die mit dem LOFAR-Radioteleskop gewonnen wurden, zeigten, dass diese Struktur nicht das Ergebnis von Schwarzes-Loch-Aktivität oder einer Supernova-Explosion ist. Wissenschaftler glauben, dass es sich um Spuren von "fossilem Plasma" handelt, das vor Millionen von Jahren von Galaxien ausgestoßen wurde und unter äußerem Druck wieder zu leuchten begann.
Die Forscher kombinierten Daten des Spitzer-Weltraumteleskops und des DESI-Projekts, um festzustellen, dass sich dieser Ring in einer dynamischen Gruppe von 11 Galaxien befindet. Während sich im Zentrum von Radioringen normalerweise ein massives Sternsystem befindet, wurde diesmal beobachtet, dass eine Galaxie an den Rand des Rings gedrückt wurde. Dies bedeutet, dass starke Schockwellen eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Struktur spielten.
Den Berechnungen von Alison L. Coil und ihren Kollegen zufolge kollidierte eine Schockwelle mit einer Mach-Zahl zwischen 2,0 und 3,3 mit einer alten Plasmablase und bildete einen Wirbelring. Dieser Prozess ähnelt der Entstehung eines Rauchrings unter dem Einfluss eines Luftstoßes und findet im intergalaktischen Medium statt.
Diese Entdeckung bestätigt die Existenz eines "Selektionseffekts" in der Astronomie: Bisher haben Wissenschaftler nur riesige Radioringe beobachtet. In Zukunft, sobald das SKA (Square Kilometre Array)-Radioteleskop in Betrieb genommen wird, werden solche kompakten Strukturen zu einem wichtigen Instrument zur Messung der Gasdichte und der Gravitationskräfte im Universum.
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