Wichtige Initiativen im Rahmen des Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees angekündigt

Foto: Pressedienst des Präsidenten
Der Präsident der Republik Usbekistan, Schawkat Mirsijojew, nahm am 22. April an der turnusmäßigen Sitzung des Rates der Staatsoberhäupter der Gründerstaaten des Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees (IFAS) teil.
Die Veranstaltung fand unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik Kasachstan, Kassym-Schomart Tokajew, statt. An dem Treffen nahmen ferner der Präsident von Kirgistan, Sadyr Dschaparow, der Präsident von Tadschikistan, Emomali Rahmon, der Präsident von Turkmenistan, Serdar Berdimuhamedow, sowie der Vorsitzende des IFAS-Exekutivkomitees, Aschat Orazbay, teil.
In der Sitzung wurden die Ergebnisse des kasachischen Vorstizes für den Zeitraum 2023–2026 erörtert. Es fand ein umfassender Meinungsaustausch über die ökologische Lage im Aralseebecken, die Bewirtschaftung der Wasserressourcen sowie die Verbesserung der sozioökonomischen Bedingungen statt.
In seiner Rede betonte der usbekische Staatschef, dass der Internationale Fonds zur Rettung des Aralsees eine einzigartige Kooperationsplattform für die Region darstelle. Er erklärte, dass die Bedeutung des Fonds angesichts des Klimawandels, des steigenden Wasserbedarfs und der Ressourcenknappheit stetig zunehme.
Prognosen zufolge könnte das Wasserdefizit im Aralbecken bis zum Jahr 2040 jährlich 20 Milliarden Kubikmeter erreichen. Dies stelle eine ernsthafte Bedrohung für die Trinkwasserversorgung, die Landwirtschaft, den Energiesektor und die Ökologie dar.
„Nach Expertenschätzungen könnte sich das Defizit an Wasserressourcen im Aralseebecken bis 2040 fast verdoppeln – auf bis zu 20 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Dies schafft zusätzliche Risiken für die Trinkwasserversorgung, die Ökologie, den Agrarsektor, die Energetik und die soziale Stabilität“, sagte Schawkat Mirsijojew.
Der Präsident wies zudem auf das Problem der ineffizienten Wassernutzung in der Region hin. Derzeit werden in der Landwirtschaft durchschnittlich 3 Kubikmeter Wasser verbraucht, um einen Wert von 1 US-Dollar zu erwirtschaften, was deutlich über dem weltweiten Durchschnitt liegt.
Gleichzeitig wurde hervorgehoben, dass Usbekistan zügig wassersparende Technologien einführt. Auf 60 Prozent des bewässerten Landes wurden moderne Systeme implementiert, und 40 Prozent der Bewässerungskanäle wurden mit Beton ausgekleidet. Durch diese Maßnahmen werden jährlich 10 Milliarden Kubikmeter Wasser eingespart.
Schawkat Mirsijojew unterbreitete eine Reihe von Vorschlägen zur weiteren Stärkung der Tätigkeit des Fonds, zur Verbesserung seiner rechtlichen und organisatorischen Grundlagen sowie zum Ausbau der Zusammenarbeit. Insbesondere wurde die Bedeutung einer verstärkten Integration des IFAS mit anderen regionalen Strukturen betont.
„Dies wird es ermöglichen, gezielte Investitionen für die Umsetzung lebenswichtiger ökologischer und sozioökonomischer Projekte auf dem Territorium all unserer Staaten zu lenken“, so Schawkat Mirsijojew.
Darüber hinaus wurde die Einführung des regionalen Programms „Wasser der Zukunft“ vorgeschlagen, um das Bewusstsein für die Nutzung von Wasserressourcen zu schärfen und die Bevölkerung sowie Landwirte im Umgang mit modernen Technologien zu schulen.
„Es ist offensichtlich: Wenn sich die Einstellung der Gesellschaft zum Wasser nicht ändert, wird keine technische Lösung den erwarteten Effekt erzielen. Durch ein kontinuierliches Bildungssystem – von der vorschulischen Erziehung bis hin zur Fachkräfteausbildung – müssen wir danach streben, die rationelle Wassernutzung zur täglichen Gewohnheit eines jeden Menschen und zu unserem gemeinsamen kulturellen Kodex zu machen“, erklärte das Staatsoberhaupt.
Es wurde zudem die Frage aufgeworfen, Afghanistan in die regionale ökologische Zusammenarbeit einzubeziehen. Dadurch könne eine gerechte Verteilung der Wasserressourcen und die allgemeine ökologische Stabilität gewährleistet werden.
Zum Abschluss der Sitzung wurden mehrere wichtige Dokumente verabschiedet, darunter die Deklaration von Astana. Zudem wurden Beschlüsse unterzeichnet, den 26. März zum Internationalen Tag des Aralsees, des Amudarja und des Syrdarja zu erklären sowie Schawkat Mirsijojew für den Zeitraum 2027–2029 zum Vorsitzenden des IFAS zu wählen.