Die Bevölkerung Taiwans ist offiziell zu einer „superalterten Gesellschaft“ geworden

Taiwan ist erstmals in seiner Geschichte offiziell in die Kategorie einer „superalterten Gesellschaft“ eingetreten. Nach den Ergebnissen des Jahres 2025 bestehen mehr als 20 Prozent der Bevölkerung der Insel aus Bürgern im Alter von 65 Jahren und älter. Dies berichtete The Straits Times am 9. Januar unter Berufung auf veröffentlichte offizielle Statistiken.
Die Zahlen geben Anlass zur Sorge
Mit einer Bevölkerung von über 23 Millionen Menschen sieht sich Taiwan heute nicht nur mit der Alterung der Bevölkerung, sondern auch mit einem Rückgang der Gesamtbevölkerung konfrontiert. Nach Angaben des Innenministeriums überschritt die Zahl der Bürger im Alter von 65 Jahren und älter im Jahr 2025 die Marke von 4,67 Millionen. Dies entspricht 20,06 Prozent der Gesamtbevölkerung.
Damit erfüllt Taiwan vollständig die von der Weltgesundheitsorganisation festgelegten Kriterien einer „superalterten Gesellschaft“. Einfach ausgedrückt ist heute jeder fünfte Taiwaner ein älterer Mensch. Zum Vergleich: Der Anteil der Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren beträgt lediglich 11,5 Prozent.
Geburtenrate auf historischem Tiefstand
Die Situation wird durch einen drastischen Rückgang der Geburtenrate weiter verschärft. Im Dezember 2025 wurden in Taiwan lediglich 9.027 Babys geboren, was einem Rückgang von 27 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2024 entspricht. Die Gesamtzahl der Geburten im Laufe des Jahres sank auf 107.812 und markierte damit den niedrigsten Wert in der Geschichte des Landes.
Experten betonen, dass die Geburtenrate in den letzten zwanzig Jahren kontinuierlich gesunken ist. Als Hauptgründe werden genannt:
spätere Eheschließungen von Frauen,
die Bevorzugung kleiner Familien oder der Verzicht auf Kinder,
steigende Lebenshaltungskosten,
unzureichende staatliche Unterstützung für die Kinderbetreuung.
Wie reagiert die Regierung?
Als Reaktion auf die bestehende demografische Krise kündigte die taiwanische Regierung im Dezember 2025 neue Maßnahmen an. Insbesondere ist geplant, den Zugang zu assistierten Reproduktionstechnologien, einschließlich In-vitro-Fertilisation (IVF), für alleinstehende Frauen auszuweiten, um die Geburtenrate zu fördern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die taiwanische Gesellschaft einen entscheidenden Wendepunkt erreicht hat. Die Alterung der Bevölkerung, sinkende Geburtenzahlen und wirtschaftlicher Druck zwingen das Land zu langfristigen und schwierigen Entscheidungen. Die zentrale Frage bleibt nun, ob diese Maßnahmen den demografischen Trend verändern können.
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