Europa entwickelt kostengünstige und intelligente Systeme zur Drohnenabwehr

Die fünf führenden europäischen Länder – Deutschland, Frankreich, Polen, Großbritannien und Italien (die E5-Gruppe) – haben eine wichtige Vereinbarung im Verteidigungsbereich getroffen. Das am 20. Februar angekündigte LEAP-Programm (Low-Cost Effectors and Autonomous Platforms) zielt darauf ab, die Kosten von Luftverteidigungssystemen zu senken und autonome Drohnen zu entwickeln. Dieses Projekt basiert auf den einzigartigen militärischen Erfahrungen aus dem vierjährigen Krieg in der Ukraine.
Kosteneffiziente Verteidigung: Intelligente Drohnen statt millionenschwerer Flugzeuge
Bisher waren europäische Länder gezwungen, millionenschwere Kampfflugzeuge einzusetzen, um billige Drohnen abzuschießen, die ihre Grenzen verletzten. Das neue Programm wird dieses Ungleichgewicht verändern. Nun sollen kostengünstige, hochpräzise elektronische und kinetische Angriffsmittel entwickelt werden, die von künstlicher Intelligenz gesteuert werden.
Wie der britische Vertreter Luke Pollard anmerkte, besteht das Hauptziel des Projekts darin, die Verteidigungsausgaben an die Kosten der Bedrohung anzupassen, also nicht Millionen für die Zerstörung einer Drohne auszugeben, die nur wenige Tausend Dollar kostet.
„Anti-Drohnen-Mauer“ und autonome Technologien
Laut dem polnischen Verteidigungsminister Władysław Kosyniak-Kamysz haben die fünf Länder vereinbart, Drohnentechnologien und deren Kampfkomponenten gemeinsam zu finanzieren. Diese Initiative wird integraler Bestandteil einer groß angelegten „Anti-Drohnen-Mauer“ sein, die den europäischen Luftraum überwachen soll. Diese Technologien sind eine Antwort auf die Drohnenrevolution, die die Taktik auf dem Schlachtfeld grundlegend verändert hat.
Der Trump-Faktor und die europäische Aufrüstung
Grund für Europas rasches Handeln sind auch die kritischen Ansichten von US-Präsident Donald Trump zur NATO und die Unsicherheiten in den transatlantischen Beziehungen. Laut der Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaia Kallas, muss Europa angesichts der aggressiven Aktionen Russlands und der Instabilität im Nahen Osten seine militärischen Fähigkeiten eigenständig ausbauen.
Spannungen innerhalb der NATO
Trumps Äußerungen zu Grönland und seine Kritik an den Streitkräften der Verbündeten haben zu einer gewissen Abkühlung innerhalb des Bündnisses geführt. Daher streben europäische Länder danach, ihre eigenen Fähigkeiten innerhalb der NATO auszubauen, ohne mit ihr in Konkurrenz zu treten. Das neue Programm soll die Abhängigkeit von externen Faktoren bei der Gewährleistung der Sicherheit des Kontinents verringern.
Wie wird sich Ihrer Meinung nach Europas eigenständige Aufrüstung unabhängig von den USA auf die Zukunft der NATO auswirken?
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