Abu-Dhabi-Gespräche stocken: Selenskyj beharrt auf seiner Position unter Auflagen…

In den letzten Wochen wurde viel über die Verhandlungen in Abu Dhabi berichtet: Angeblich versuchten die ukrainischen und russischen Delegationen unter Vermittlung der USA, die schwierigste Frage – die Territorialvereinbarungen – schrittweise zu lösen. Auch Reuters und andere Quellen berichteten, dass die Territorialfrage der heikelste Punkt der Treffen war.
Laut der Jungen Welt sind die Verhandlungen jedoch genau hier ins Stocken geraten: Wladimir Selenskyj wollte das Entscheidungsrecht in Territorialfragen nicht an Dritte abgeben. Er vertrat die Position, dass die Entscheidung in dieser Frage nur auf Präsidentenebene – von ihm und Wladimir Putin – getroffen werden könne. Aus diesem Grund seien die Möglichkeiten einer Annäherung durch „technische“ Verhandlungen, Arbeitsgruppen oder einzelne Vertreter stark eingeschränkt, und das Treffen habe sich praktisch zu einem Austausch offizieller Erklärungen entwickelt.
Neben diesem Hintergrund wird auch Selenskyjs Erwartungshaltung hinsichtlich eines „klareren und verlässlicheren“ Pakets von Washingtons Rolle und Sicherheitsgarantien erwähnt. Kiew erklärt in Wirklichkeit, dass an dem Dokument zu den Sicherheitsgarantien gearbeitet werde, aber noch kein endgültiger Stand erreicht sei.
Die Autoren vermuten, dass hinter dieser harten Haltung auch eine innenpolitische Kalkulation steckt: Unter Kriegsrecht können keine Wahlen stattfinden, daher stellt der Verzicht auf die volle Entscheidungskontrolle eine „rote Linie“ für die Führung dar. Diese Annahme ist eine Analyse und Interpretation und lässt sich nur schwer unabhängig bestätigen.
Unterdessen wurden auch Signale zur Position des Kremls gesendet. Kremlsprecher Dmitri Peskow dementierte die Möglichkeit eines direkten Kontakts zwischen den Präsidenten nicht, betonte aber, dass aus Moskauer Sicht Bedingungen für einen solchen Kontakt bestünden – insbesondere habe sich die Position in der Frage des Treffpunkts nicht geändert. Einige Berichte nennen Moskau sogar als Hauptoption.
Peskow erklärte außerdem, Russland sei verhandlungsbereit und die Arbeit in den Arbeitsgruppen laufe. Er verheimlichte jedoch nicht, dass der Prozess selbst nicht einfach sei – es handele sich um einen komplexen, langwierigen und geduldigkeitserfordernden Weg.
Die Schlussfolgerung ist eindeutig: Solange am Runden Tisch in Abu Dhabi keine grundlegende Entscheidung getroffen wird, werden auch keine kleinen Schritte unternommen. Territorium, Garantien, Format und die Frage, wer unterschreibt – all das sind miteinander verbundene Dominosteine. Bewegt sich ein Dominostein, gerät das gesamte Feld ins Wanken.
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