Die FIFA diskutiert derzeit über Einschränkungen des Schweigens
Der Weltfußballverband FIFA erwägt eine mögliche neue Regel: Spieler, die sich beim Beleidigen eines Gegners den Mund mit der Hand, dem T-Shirt oder anderen Gegenständen bedecken, sollen bestraft werden. Die spanische Presse, insbesondere die Marca, berichtet, dass dieses Thema im zuständigen FIFA-Spielerkomitee diskutiert werden könnte.
Der Gedanke basiert auf einem simplen, aber heiklen Problem: Das Bedecken des Mundes wird oft genutzt, um Beleidigungen zu „verstecken“. Zwar gibt es Kameras und Mikrofone im Stadion, doch wenn ein Spieler seinen Mund bedeckt, lässt sich nur schwer beweisen, dass er etwas gesagt hat. Die FIFA prüft nun Möglichkeiten, dieser „praktischen Maske“ ein Ende zu setzen.
Hier spitzt sich die Lage zu: Die Diskussionen sollen sich nach dem Skandal in den Play-offs der UEFA Champions League verschärft haben. Während des Spiels Benfica Lissabon gegen Real Madrid (0:1) kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Benficas Flügelspieler Gianluca Prestianni und Real Madrids Stürmer Vinicius Junior. Berichten zufolge hielt Prestianni Vinicius den Mund mit seinem Trikot zu und sagte etwas zu ihm, woraufhin das Spiel kurzzeitig unterbrochen wurde.
Nach dem Spiel tauchten in den sozialen Medien schwerwiegendere Vorwürfe auf: Es kursierten Gerüchte, Vinicius sei rassistisch beleidigt worden. Der Vorfall wird derzeit untersucht und diskutiert – es gibt auch Informationen, dass der europäische Fußballverband UEFA den Fall untersucht.
Warum spricht man vom „Prestianni-Gesetz“?
Vor dem Hintergrund dieses Vorfalls ist in den Medien der Begriff „Prestianni-Gesetz“ kursiert: ein spezieller Sanktionsmechanismus gegen verschwiegene Beleidigungen. Die Idee dahinter ist einfach:
- Über Taktik zu flüstern ist eine Sache;
- den Mund zu halten, um Beleidigungen gegen den Gegner zu verschweigen, ist eine andere.
Einige FIFA-Vertreter fordern ein Verbot des „Vertuschens von Beleidigungen“.
Für die Fans ist Folgendes besonders wichtig: Es handelt sich noch nicht um eine offiziell verabschiedete Regel, sondern um einen Diskussionsansatz. Der Trend ist jedoch eindeutig: Der Druck auf Fußballfans, die rassistischen Beleidigungen, Diskriminierung und beleidigende Äußerungen zu bekämpfen, nimmt zu. Sollte die neue Regel eingeführt werden, wird es deutlich schwieriger, im Stadion ungestraft zu schweigen. Und ehrlich gesagt, wäre es auch besser so: Im Fußball geht es um Können, nicht um Gemeinheit.
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