Türkischer Milliardär wegen eines Einzeilers ermittelt

Türkischer Milliardär wegen eines Einzeilers ermittelt

Die Hauptstaatsanwaltschaft von Izmir, Türkei, gab bekannt, dass sie eine offizielle Untersuchung gegen den Geschäftsmann P.K. eingeleitet hat, weil er einen Witz über Kurden gemacht hat.

Laut einer vom Pressedienst der Staatsanwaltschaft veröffentlichten Erklärung wurde gegen den Geschäftsmann ein Verfahren nach Artikel 216 des türkischen Strafgesetzbuchs eingeleitet. Dieser Artikel erfasst Fälle der öffentlichen Beleidigung eines bestimmten Teils der Bevölkerung aufgrund sozialer Herkunft, Rasse, Religion, Sekte, Geschlecht oder regionaler Unterschiede.

Wie die Publikation „Haberler“ berichtet, betrifft der Vorfall Mustafa Rahmi Koç, den Ehrenvorsitzenden von „Koç Holding“, einem der größten Industriekonglomerate der Türkei. Er erzählte bei der Eröffnungsfeier eines Krankenhauses im Bezirk Balçova in Izmir einen Witz über eine kurdische Frau.

Berichten zufolge bezog sich der Inhalt des Witzes auf das weibliche Geschlecht, die kurdische Ethnizität und Fragen der medizinischen Vertraulichkeit.

Ein Videoausschnitt aus der Rede verbreitete sich rasch in den sozialen Medien und löste breite Diskussionen in der Öffentlichkeit und in politischen Kreisen aus. Nach scharfer Kritik entschuldigte sich Mustafa Rahmi Koç bei der Öffentlichkeit und betonte, dass er mit seiner Rede niemanden verletzen oder beleidigen wollte.

Die Diskussionen in den sozialen Medien beschränkten sich nicht nur auf den Geschäftsmann selbst. Auch der ehemalige türkische Ministerpräsident Binali Yıldırım, der an der Veranstaltung teilnahm, geriet in die Kritik. Nutzer machten besonders auf Aufnahmen aufmerksam, die Yıldırım zeigten, wie er während Koç’ Rede lächelte.

Auch der türkische Justizminister Akın Gürlek äußerte sich zu Mustafa Rahmi Koç’ Rede.

„Der Maßstab der Gerechtigkeit ändert sich nicht je nach Reichtum, Position oder Status einer Person in der Gesellschaft. Dass solche Äußerungen in Form eines Witzes oder Humors gemacht wurden, rechtfertigt diese unangemessene Haltung gegenüber unseren Frauen und bestimmten Teilen unserer Gesellschaft nicht“, schrieb der Minister auf seiner Seite im sozialen Netzwerk X.

Ömer Çelik, ein Vertreter der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung, äußerte sich ebenfalls zu dem Thema und betonte, dass Diskriminierung und Beleidigungen aufgrund von Glauben, ethnischer Herkunft, kultureller Zugehörigkeit, persönlicher Identität oder Geschlecht nicht toleriert werden dürfen.

Laut offiziellen Angaben von „Koç Holding“ nimmt das Konglomerat eine bedeutende Stellung in der türkischen Wirtschaft ein. Die Hauptaktivitätsbereiche des Unternehmens umfassen Energie, die Automobilindustrie, Konsumgüter und Finanzen. Der Gesamtumsatz der Holding entspricht etwa 7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes, während ihr Anteil an den Exporten nahezu 8 Prozent beträgt.

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Aziza Shukhratova
«ZAMIN.UZ» Redakteur

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