Astronomen beobachten erstmals die Rotation der protoplanetaren Scheibe um AB Aurigae

Astronomen haben es erstmals geschafft, die Rotation der protoplanetaren Scheibe um den jungen Stern AB Aurigae direkt zu beobachten. Diese Arbeit, durchgeführt von Forschern des französischen Nationalen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS) und der Universität Bordeaux, nutzte das hochkontrastige Infrarotinstrument SPHERE (Spectro-Polarimetric High-contrast Exoplanet REsearch), das am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile installiert ist. Ixbt.com berichtet .
Protoplanetare Scheiben sind rotierende Wolken aus Gas und Staub, die junge Sterne umgeben und in denen Planeten entstehen. Die Scheibe um AB Aurigae gilt seit langem als das wichtigste „Labor“ zur Untersuchung solcher Prozesse. Neue Beobachtungen bestätigten, dass die Gesamtdrehung der Scheibe den Gravitationsgesetzen entspricht, doch wurde festgestellt, dass sich die Bewegung der Materie in bestimmten Regionen von den Erwartungen unterscheidet. Solche Anomalien werden mit dem Einfluss massereicher Objekte im Entstehungsprozess – Protoplaneten – in Verbindung gebracht.
Das SPHERE-Instrument ermöglichte es, die Bewegung der Scheibenstruktur durch die Aufzeichnung der Infrarotstrahlung von Staubpartikeln zu beobachten. Diese Daten ergänzen die zuvor vom Hubble-Weltraumteleskop und den bodengebundenen Radioteleskopen von ALMA (Atacama Large Millimeter/submillimeter Array) gewonnenen Ergebnisse. AB Aurigae ist ein junger veränderlicher Stern mit einem Alter von etwa 4–5 Millionen Jahren, der sich derzeit in der frühen Phase der Bildung eines Planetensystems befindet.
Frühere Beobachtungen hatten die Existenz mindestens eines sich bildenden Gasriesen in der Scheibe angezeigt – des Objekts AB Aurigae b. Es befindet sich in einer Entfernung von 93 astronomischen Einheiten vom Stern und könnte eine neunfache Masse des Jupiter haben. Das Hubble-Teleskop beobachtete seine Bewegung entlang der Umlaufbahn über Jahre hinweg und bestätigte, dass es sich bei dem Objekt um einen Planeten handelt. Außerdem wurden in der Scheibe zusätzliche dichte Regionen und Spiralstrukturen identifiziert, in denen andere Planeten entstehen könnten.
Laut den Forschern haben die SPHERE-Analysen auch Akkretionszonen aufgedeckt, in denen sich Materie aktiv ansammelt. Schatten auf der Scheibenoberfläche und ungleichmäßige Bewegungen deuten auf das Vorhandensein versteckter Objekte oder dichter Staubwolken hin. Diese Entdeckung beweist, dass die Dynamik der Entstehung von Planetensystemen komplexer ist, als klassische Modelle nahelegen.














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