China hat sich bei wissenschaftlichen Investitionen an die Spitze gesetzt: Wo stehen die USA?

Jahrzehntelang waren die Vereinigten Staaten weltweit führend bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE). Doch nun zeichnet sich ein neues Szenario ab: China hat sich zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten im globalen wissenschaftlichen und technologischen Wettlauf entwickelt – und dies ist kein bloßer Trend mehr, sondern eine Verschiebung der Machtverhältnisse.
Eine neue Infografik auf Basis von WIPO-Daten zeigt, dass Chinas Anteil an den weltweiten FuE-Ausgaben von 4,0 Prozent im Jahr 2000 auf 27,4 Prozent im Jahr 2024 gestiegen ist. Dies ist eine beispiellose Wende im Wettstreit um die Frage „Wer investiert am meisten?“ innerhalb von 24 Jahren.
Interessanterweise belegte China 2024 auch beim FuE-Aufwand den ersten Platz: Schätzungen zufolge investierte das Land 785,9 Milliarden US-Dollar. Die Vereinigten Staaten liegen mit 781,8 Milliarden US-Dollar auf dem zweiten Platz – ein kleiner, aber symbolträchtiger Unterschied. Somit konzentriert sich der Großteil der weltweiten FuE-Ausgaben auf diese beiden Länder.
Es ist kein Zufall, dass Asien sich zu einem Innovationszentrum entwickelt. Laut WIPO wird Asien bis 2024 etwa 45 Prozent der weltweiten Forschung und Entwicklung (FuE) ausmachen, verglichen mit rund 23 Prozent im Jahr 2000. Der Schwerpunkt verlagert sich also allmählich nach Osten. Auch der Anteil Südkoreas und Indiens wächst in diesem Prozess.
Warum hat China so schnell aufgeholt? Erstens spielen staatliche Politik und langfristige Prioritäten (insbesondere strategische Technologien) eine große Rolle – viele Analysen betonen die starken staatlich gelenkten Initiativen im chinesischen Innovationssystem.
Zweitens ist das Modell in den USA anders: Dort ist der Privatsektor der Hauptmotor der FuE. Unter den Unternehmen, die weltweit am meisten in die Forschung investieren, werden häufig Amazon und Alphabet genannt.
Japan liegt an dritter Stelle: Im Jahr 2024 investierte das Land rund 186 Milliarden US-Dollar. Die Dynamik ist jedoch wenig ermutigend: Laut WIPO-Bericht sank Japans globaler Anteil zwischen 2000 und 2024 um 7,2 Prozentpunkte (die USA verzeichnen ebenfalls einen stärkeren Rückgang). In Japan zählt Toyota traditionell zu den führenden Unternehmen in der Unternehmensforschung, und auch Honda ist aktiv.
Europa ist mit drei Ländern unter den Top 10 vertreten: Deutschland (Platz 4), Großbritannien (Platz 6) und Frankreich (Platz 8). Allerdings haben diese „alten Innovationsgiganten“ laut WIPO-Schätzungen seit 2000 ebenfalls einen Teil ihres globalen Marktanteils eingebüßt. Russland hingegen rangiert im Hinblick auf die Ausgaben für Forschung und Entwicklung weltweit um Platz 11.

Kurz gesagt: Die globalen Ausgaben für Forschung und Entwicklung werden 2024 voraussichtlich 2,87 Billionen US-Dollar erreichen, und die Weltwirtschaft bewegt sich zunehmend in Richtung „wissenschaftlich und innovativ“.
Was können wir als Nächstes erwarten? Der Wettbewerb in Asien wird sich verschärfen, und die USA müssen in strategischen Bereichen ihr Tempo erhöhen und gleichzeitig die Stärke des Privatsektors bewahren. Der zukünftige Kampf um Technologie ist also keine „stille Laborarbeit“, sondern ein regelrechter geoökonomischer Wettlauf. Und wer mehr investiert, wird die Regeln des Marktes von morgen bestimmen.
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