Die Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA in Abu Dhabi wurden abgeschlossen

Am 4. und 5. Februar fand in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate, die zweite Runde der trilateralen Gespräche zwischen den Delegationen Russlands, der Ukraine und der USA statt. Die Treffen wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen Mechanismen zur Beendigung des Krieges und die nächsten Schritte.
Bemerkenswert war auch die Zusammensetzung der Delegation. Die US-Delegation bestand aus dem Sonderbeauftragten des Präsidenten, Stephen Whittock, dem Schwiegersohn von Donald Trump, Jared Kushner, und dem US-Heeresminister Daniel Driscoll. Die ukrainische Delegation wurde vom russischen Verteidigungsminister Rustem Umerov geleitet. Auf russischer Seite stand die Delegation unter der Leitung von Admiral Igor Kostjukow, dem Chef der Hauptverwaltung des Generalstabs der russischen Streitkräfte.
Das Wichtigste ist, dass beide Seiten eine eigene Erklärung zu den Gesprächsergebnissen abgegeben haben und sich daraus allmählich ein Gesamtbild abzeichnet: Es gibt eine Annäherung mit einer Einigung, doch entscheidende Fragen werden weiterhin heftig diskutiert.
Was haben die USA gesagt?
Laut einer kurzen, aber aussagekräftigen Erklärung des Sondergesandten des Präsidenten, Stephen Witkoff, sprachen die Delegationen offene Fragen an. Dazu gehören Überwachungsmethoden, die einen Waffenstillstand und die Einstellung der Kampfhandlungen ermöglichen sollen.
Ein wichtiges Signal war, dass die Gespräche in den kommenden Wochen fortgesetzt werden. Außerdem wurde erwähnt, dass Russland und die Ukraine sich auf den ersten Gefangenenaustausch seit fünf Monaten geeinigt haben: im Format 157 gegen 157.
Ein weiterer wichtiger Punkt in Witkoffs Erklärung: Die USA erwähnten im Rahmen der Vereinbarung auch die Wiederaufnahme der abgebrochenen Kontakte auf hoher Ebene zum russischen Militär. Dies bedeutet, dass die Dialogkanäle in den nächsten Phasen möglicherweise offener sein werden.
Welche Position vertritt die Ukraine?
Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, das ukrainische Verhandlungsteam habe zwei Tage lang mit den USA und Russland gesprochen. Er merkte an, er warte auf einen vollständigen Bericht und dass nicht alles telefonisch besprochen werden könne.
Selenskyj sagte außerdem, weitere Treffen seien in den kommenden Tagen geplant und schloss nicht aus, dass diese in Amerika stattfinden könnten.
Der Schwerpunkt der ukrainischen Erklärung lag auf einem Punkt: Der Frieden müsse so gestaltet sein, dass Russland für seine Aggression nicht „belohnt“ werde. Kiew sieht dies als das wichtigste Prinzip für echte Sicherheit. Es wurde also die Idee vertreten, dass Frieden nicht nur eine Beendigung der Kämpfe, sondern eine Lösung sein müsse, die künftige Bedrohungen beseitigt.
Die offizielle russische Meinung
Die Erklärung des Sonderbeauftragten des russischen Präsidenten, Kirill Dmitrijew, zeichnete ein anderes Bild. Er merkte an, dass „Kriegstreiber“ in Europa und Großbritannien versuchten, die Verhandlungen zu stören und in den Prozess einzugreifen.
Laut Dmitrijew bedeuten mehr solcher Versuche auch positive Entwicklungen und Fortschritte in den Verhandlungen. Gleichzeitig betonte er, dass aktiv an der Wiederherstellung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten gearbeitet werde.
Was sagen russische inoffizielle Quellen?
Die staatliche Nachrichtenagentur TASS und ihre Quellen haben die besprochenen Themen jedoch umfassender dargelegt: wirtschaftliche Aspekte, die Territorialfrage und der Waffenstillstandsmechanismus.
Den Quellen zufolge betrachtet Russland die Donbass-Frage als Teil des Hauptabkommens, und es wurde die Position erwähnt, dass alle Staaten das Gebiet als Russlands Gebiet anerkennen sollten.
Es hieß auch, dass die Option von „Friedenstruppen“ nicht allgemein akzeptiert werde. Als Alternative wurde ein schneller Eingreiftrupp multinationaler Streitkräfte als Sicherheitsgarantie für die Ukraine genannt.
Ein weiterer Punkt aus den inoffiziellen Quellen: Europa habe wiederholt versucht, sich dem Prozess anzuschließen, sitze aber derzeit nicht am Verhandlungstisch.
Was ist am wichtigsten?
Nach den Treffen in Abu Dhabi wurde eines deutlicher: Die Parteien beabsichtigen nicht, den Dialog abzubrechen, und sogar eine Vereinbarung über einen Gefangenenaustausch wurde als praktischer Schritt erwähnt. Dennoch steht der Kern des Konflikts – Territorium, Sicherheitsgarantien und ein funktionierender Mechanismus für einen Waffenstillstand – vor einer Lösung.
Bislang verlaufen die Verhandlungen wie ein Fahrplan: Alle halten an ihren roten Linien fest, verschließen aber nicht die Tür. Ob die nächsten Treffen nun tatsächlich zu einer Entscheidung führen oder ob es weitere, langwierige Diskussionen geben wird – diese Frage beschäftigt nun alle.
Lesen Sie „Zamin“ auf Telegram!