Clintons beantworten in nichtöffentlicher Sitzung schwierige Fragen zu Epstein

Ein weiteres brisantes Thema hat die US-amerikanische Politik aufgewühlt. Am 26. und 27. Februar fand in Chappaqua, New York, eine nicht-öffentliche Anhörung des Aufsichtsausschusses des Repräsentantenhauses statt. Bei dieser Anhörung gaben der 42. Präsident der Vereinigten Staaten, Bill Clinton, und die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton ihre Stellungnahmen im Fall Jeffrey Epstein ab. Obwohl die Anhörung, die eigentlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, offiziell unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten wurde, veröffentlichten beide Seiten separate Erklärungen zu ihren Positionen.
Bill Clinton betonte in seiner Rede, dass seine Beziehung zu Epstein nicht lange gedauert habe und lange vor Bekanntwerden der kriminellen Machenschaften Epsteins beendet gewesen sei. Seinen Angaben zufolge habe er damals keine Kenntnis von Epsteins illegalen Aktivitäten gehabt und sei auf keinerlei verdächtige Umstände gestoßen. Clinton hob hervor, dass diverse Fotos oder Bekanntschaften nicht automatisch beweisen, dass jemand in illegale Aktivitäten verwickelt war.
Ein weiterer wichtiger Punkt in der Aussage des ehemaligen Präsidenten: Hätte er von Epsteins illegalen Aktivitäten gewusst, hätte er jeglichen Kontakt zu ihm sofort abgebrochen und die Strafverfolgungsbehörden informiert. Seinen Angaben zufolge war die Kommunikation zwischen ihnen bereits 2008, als die kriminellen Machenschaften Epsteins bekannt wurden, abgebrochen. Mit dieser Aussage versuchte Clinton nicht nur, sich selbst zu entlasten, sondern auch zu vermeiden, frühere Verbindungen mit den aktuellen Anschuldigungen gleichzusetzen.
Auch Hillary Clinton bezog in dieser Angelegenheit klar Stellung. Sie erklärte, sie habe keine Kenntnis von den Verbrechen Epsteins und seiner engen Vertrauten Ghislaine Maxwell gehabt. Gleichzeitig betonte sie, Epstein nie getroffen, nicht mit seinem Flugzeug geflogen und seine berühmte Privatinsel nicht besucht zu haben. Mit diesen Aussagen versuchte sie, ihren Namen von jeglichen Verdächtigungen im Zusammenhang mit diesem Skandal zu distanzieren.
Hillary Clinton bewertete die Untersuchung im Kongress nicht als reine juristische Ermittlung, sondern als „politisches Spektakel“. Ihrer Meinung nach instrumentalisieren einige Politiker das Thema für ihre eigenen politischen Interessen und versuchen, von anderen einflussreichen Persönlichkeiten abzulenken. Clinton merkte an, dass Menschenhandel, Gewalt gegen Frauen und Mädchen und andere Probleme nicht auf eine Person oder einen Konflikt beschränkt seien, sondern ein schmerzhaftes und ernstes Problem für die ganze Welt darstellten.
Damit nicht genug. Die ehemalige Außenministerin kritisierte auch die mangelnde Gründlichkeit einiger Ermittlungsbereiche, insbesondere die mutmaßliche Verwicklung des ehemaligen Präsidenten Donald Trump. Auch die Demokraten bemängelten die Einseitigkeit der Untersuchung. Die Untersuchung hat nicht nur die rechtlichen und ethischen Fragen im Fall Epstein verschärft, sondern auch eine weitere politische Auseinandersetzung in Washington angeheizt.
Eine Schlussfolgerung war aus diesem Treffen hinter verschlossenen Türen eindeutig: Der Fall Epstein bleibt eines der schwierigsten und umstrittensten Themen der US-Politik. Die Clintons weisen die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurück, doch die Debatte um diese Aussagen dürfte nicht lange verstummen. Denn es geht hier nicht nur um die Vergangenheit, sondern um Autorität, Verantwortung, politischen Einfluss und das Vertrauen der Öffentlichkeit. Diese Debatte in den USA wird voraussichtlich noch viele weitere Fragen aufwerfen.
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