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Spanien erwägt Social-Media-Verbot für Minderjährige

Spanien erwägt Social-Media-Verbot für Minderjährige

Die spanische Regierung erwägt, die Nutzung sozialer Medien für Minderjährige unter 16 Jahren einzuschränken oder sogar zu verbieten, wie Ministerpräsident Pedro Sánchez mitteilte.

Geplant ist, dass Spanien, insbesondere Madrid, Plattformbetreiber zur Einführung eines Altersverifizierungssystems verpflichtet. Das bedeutet, dass bei der Kontoeröffnung bestätigt werden muss, ob man tatsächlich über 16 Jahre alt ist. Diese Regelung könnte auch für große Plattformen wie TikTok, Instagram und X gelten.

Sánchez' Rede in Dubai war deutlich schärfer: Er verglich soziale Medien mit einem „digitalen Wilden Westen“, in dem Gesetzlosigkeit herrscht, Hass und Beleidigungen sich leicht verbreiten und Falschinformationen oft schneller kursieren, als sie tatsächlich sind. Kurz gesagt, er betonte, dass „Kinder hier nicht allein gelassen werden dürfen“.

Interessanterweise geht es nicht nur um ein Verbot, sondern auch um die Frage der Verantwortung. Die spanische Regierung erwägt zudem eine Initiative, die Betreiber sozialer Medien für illegale Inhalte und Hassrede persönlich haftbar machen würde. Die Frage lautet also nicht „Der Beitrag wird gelöscht – fertig“, sondern „Wer trägt die Verantwortung?“.

Spanien will in dieser Hinsicht nicht allein handeln. Sánchez erklärte außerdem, dass das Land der „Koalition der Digital Willigen“ beitreten wird, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Regulierung sozialer Medien innerhalb der Europäischen Union zu stärken.

Interessanterweise gewinnt dieser Trend weltweit an Dynamik. In Frankreich hat die Nationalversammlung Berichten zufolge die Idee eines Verbots sozialer Medien für Kinder unter 15 Jahren unterstützt. Sollte der Plan verabschiedet werden, könnte er zum Beginn des neuen Schuljahres – dem 1. September 2026 – in Kraft treten.

Australien hat bereits ein Beispiel gesetzt und ab dem 10. Dezember 2025 eine Altersbeschränkung für unter 16-Jährige eingeführt.

Nun stellt sich die Frage: Wie soll das funktionieren? Die Altersverifizierung kann verstärkt werden, doch wichtig ist auch, dass sie fair und sicher ist (im Hinblick auf den Datenschutz). Hier, wo Staaten zwar behaupten, „Kinder zu schützen“, sind sie selbst gezwungen, sich wie „Erwachsene“ zu verhalten und Technologie und Recht in Einklang zu bringen.

Eines ist sicher: Europa hat sich in den letzten Jahren von der Mentalität „Soziale Netzwerke sind Freiraum“ hin zu „Soziale Netzwerke sind ein Spielfeld mit Regeln“ entwickelt. Und das ist, ehrlich gesagt, nicht schlecht für Kinder: Auch im Internet sollte es einen Sicherheitsgurt geben.

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