Friedrich Merz: Alle Mittel sind nötig, um Russland zum Frieden zu zwingen

Bundeskanzler Friedrich Merz hat seine Position zu den Verhandlungen mit Russland erneut deutlich gemacht: Gespräche sind möglich, dürfen aber nicht nur leere Worte bleiben. Seiner Ansicht nach ist es schwierig, ernsthaft über einen Friedensplan zu verhandeln, solange Moskau nicht zuvor seine Bereitschaft zu einem Waffenstillstand in der Praxis unter Beweis stellt.
Die Kernaussage des Kanzlers lautet: Alle Mittel – militärische, wirtschaftliche, politische und diplomatische – müssen eingesetzt werden, um Russland zu einem Waffenstillstand und anschließend zum Abschluss eines echten Friedensabkommens zu zwingen.
„Wir kommen näher, aber wir sind noch nicht am Ziel“
Merz erläuterte zudem unmissverständlich und realistisch, wann der Krieg beendet werden kann: Er wird erst dann enden, wenn Russland zumindest wirtschaftlich, möglicherweise auch militärisch, erschöpft ist. Der deutsche Bundeskanzler betonte: „Wir kommen diesem Punkt näher, wir haben viel erreicht, aber wir sind noch nicht am Ziel.“
Hier stellt er eines klar: „Russland muss den Krieg beenden“ ist keine bloße Aufforderung, sondern eine Position, die einer Forderung nahekommt. Und die Aufgabe Europas und seiner Verbündeten ist es, den Kreml zu einem Punkt zu bringen, an dem er kein Interesse mehr an der Fortsetzung des Krieges hat.
Es besteht Verhandlungsbereitschaft, es gibt jedoch eine Bedingung
Der Bundeskanzler sagt: „Wenn es einen Sinn hat zu reden, sind wir bereit zu reden.“ Er präzisiert aber, was er mit „Sinn“ meint: Russland muss anerkennen, dass es tatsächlich zu einem Waffenstillstand bereit ist, bevor über einen Friedensplan verhandelt werden kann.
Hier zeigt sich auch eine logische Übereinstimmung mit Merz’ vorheriger Aussage: Er sagte, die EU sei zum Dialog mit Russland bereit, wolle aber keine „parallelen Kanäle“ eröffnen – er ist also gegen ein Szenario, in dem die verschiedenen Parteien „für sich“ separat eine Einigung erzielen würden.
Ein psychologisches Signal, dass der Krieg „viel länger“ dauern wird
Merz betont, dass dieser Krieg länger andauert als der Zweite Weltkrieg und bezeichnet dieses Szenario als „schrecklich“. Seinen Aussagen liegt auch ein psychologischer Hintergrund zugrunde: Die europäische Sicherheitsarchitektur befindet sich nicht im „Normalbetrieb“, was bedeutet, dass Entscheidungen nicht mehr so sanft wie üblich ausfallen können.
Was kann nun geschehen?
Aus Merz’ Position lässt sich eine Schlussfolgerung ziehen: Deutschland erwartet beim Thema „Frieden“ kein schnelles, schönes Abkommen auf dem Papier, sondern ein Szenario, das durch eine Kombination aus Druck und Diplomatie zu einem echten Waffenstillstand führen soll.
Die zentrale Frage der kommenden Monate wird sein: Wie weit wird der Druck steigen, wer wird Russland zu einem Waffenstillstand bewegen können und wann? Merz’ Aussage, dass „wir näherkommen, aber noch nicht am Ziel sind“, ist derzeit die ehrlichste Einschätzung der Lage.
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