Belgischer Bürger beim Besuch seines kranken Vaters in Russland zu 16 Jahren verurteilt

Belgischer Bürger beim Besuch seines kranken Vaters in Russland zu 16 Jahren verurteilt

In der Russischen Föderation ereignete sich ein weiterer schwerwiegender internationaler Vorfall im Zusammenhang mit der Verhaftung ehemaliger Landsleute im Ausland und der Erhebung extrem schwerer Anklagen gegen sie. Das Regionalgericht Pskow verkündete das endgültige Urteil gegen den Programmierer Michail Loschtschinin, der im Sommer 2025 an der russischen Staatsgrenze festgenommen wurde. Das Gericht befand ihn des „Landesverrats“ für schuldig, 16 Jahre Freiheitsstrafe verhängt.

Alter Schriftverkehr und FSB-Verhaftung

Nach Informationen der Publikation „Ostorojno, nowosti“ warf das Gericht Loschtschinin vor, „Vertreter ausländischer Staaten, die offiziell als Feinde der Russischen Föderation anerkannt sind, finanziell unterstützt zu haben“. Ermittlungen ergaben, dass dieser schweren Anschuldigung ein gewöhnlicher privater Schriftverkehr zwischen Loschtschinin und seiner ehemaligen ukrainischen Freundin im Jahr 2022 zugrunde lag. Damals hatte die Frau ihn um einen bestimmten Geldbetrag gebeten.

Der tatsächliche Ablauf der Ereignisse stellte sich wie folgt dar:

  • Zweck: Michail Loschtschinin, der sowohl die russische als auch die belgische Staatsbürgerschaft besitzt, lebte seit 2000 nicht mehr in Russland. Am 1. Juli 2025 machte er sich mit dem Motorrad auf den Weg, um seinen kranken Vater in Sankt Petersburg zu besuchen.

  • Grenzkontrolle: Bei der Einreise nach Russland über Lettland wurde er von Beamten des Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB) gestoppt. Bei der Durchsuchung wurde der oben erwähnte alte Schriftverkehr von 2022 auf seinem privaten Telefon gefunden.

Berichte über Haft und Folter

Laut einer Erklärung einer Unterstützergruppe wurde der Programmierer zunächst unter dem falschen Vorwand eines versuchten illegalen Grenzübertritts festgenommen. Die ersten zwei Wochen wurde er in einem lokalen Hotel in der Stadt Pytalowo, Region Pskow, unter Aufsicht festgehalten.

Anschließend wurde er überraschend in die Untersuchungsanstalt Nr. 2 (SISO) in der Region Belgorod verlegt. Berichten zufolge werden in dieser Einrichtung hauptsächlich ukrainische Kriegsgefangene festgehalten. Angehörige berichteten, dass er während seiner Zeit in dieser Haftanstalt schwer geschlagen und verschiedenen körperlichen Folterungen ausgesetzt war.

Formalisierung der Anklage: Der Häftling wurde genau drei Wochen lang in der Belgoroder Haftanstalt festgehalten, ohne dass eine offizielle Anklage erhoben wurde. Später wurde er zurück in die Untersuchungsanstalt Nr. 1 in Pskow verlegt, wo ein offizielles Strafverfahren wegen „Landesverrats“ gegen ihn eingeleitet wurde.

Internationale Beziehungen und belgische Diplomatie

Dieser Vorfall um Michail Loschtschinin hat außerhalb der Russischen Föderation, insbesondere in der Europäischen Union, für großes Aufsehen und weitreichende Diskussionen gesorgt.

Die Botschaft des Königreichs Belgien in Moskau wandte sich in dieser Angelegenheit mehrfach offiziell an das Außenministerium der Russischen Föderation. Diplomaten baten um Erlaubnis, ihren Bürger Loschtschinin in der Haft zu besuchen und konsularische Hilfe zu leisten. Die russische Seite lehnte diese Anfragen jedoch ab und verweigerte belgischen Diplomaten den Zugang zum Gefangenen.

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Shuhrat Razzakov
«ZAMIN.UZ» Redakteur

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