Iran bildet Übergangsrat mit drei Mitgliedern: Ein neues Zeitalter beginnt

Foto: Reuters / Menschen versammeln sich auf dem Revolutionsplatz in Teheran, um Ayatollah Khomeini zu gedenken. 1. März 2026
In Iran hat eine der schwierigsten und entscheidendsten Phasen seiner politischen Geschichte begonnen. Am Sonntag teilten iranische staatliche Medien mit, dass nach dem Tod des Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei ein Sonderübergangsrat eingerichtet wurde, um die Macht im Land vorübergehend zu übernehmen. Diese Nachricht signalisiert den Beginn einer neuen politischen Phase nicht nur innerhalb Irans, sondern in der gesamten Nahen Osten.
Gemäß der iranischen Verfassung geht die Ausführungsgewalt des Staates vorübergehend an einen Sonderrat über, wenn das Amt des Obersten Führers vakant ist. Laut Associated Press besteht diese Struktur aus dem derzeitigen Präsidenten Irans, Masoud Pishkishiyan, dem Leiter der Justizbehörde, Gholamhossein Mohseni Ejeie und einem Vertreter des Scharia-Rates. Dieser Rat wird die Hauptaufgaben der Führung übernehmen, bis ein neuer Oberster Führer gewählt ist.
Dieser Prozess ist nicht nur ein technischer Übergang. Denn der Oberste Führer gilt im iranischen Staatssystem als höchste Stelle. Er hat einen entscheidenden Einfluss auf Militärstrukturen, Sicherheitsbehörden, die Justiz und wichtige strategische Entscheidungen. Daher wird der heute gebildete Rat zu einem wichtigen vorübergehenden Mechanismus, um die Machtlücke im Land zu füllen.
Die Aufmerksamkeit gilt nun dem "Rat der Experten" mit 88 Mitgliedern in Iran. Gemäß Gesetz muss dieses Gremium so schnell wie möglich einen neuen Obersten Führer wählen. Dieses Organ besteht vollständig aus schiitischen Geistlichen und wird durch Wahlen gebildet. Die Kandidaten müssen jedoch zuvor vom Scharia-Rat genehmigt werden. Daher wird erwartet, dass in den kommenden Tagen in Iran nicht nur Trauer, sondern auch heftige politische Auseinandersetzungen und ein großer Auswahlprozess beginnen.
Die Regierung von Irans Präsident Masoud Pishkishiyan hat auf den Tod Khameneis sehr scharf reagiert. In einer offiziellen Erklärung wurde dieses Ereignis als "grauenhaftes Verbrechen" bewertet und Vergeltung angekündigt. Darüber hinaus berichteten Associated Press und andere Quellen, dass im Land eine 40-tägige Trauerperiode ausgerufen wurde, zusätzlich zu einer einwöchigen landesweiten Pause.
Auch die Stimmung in Teheran zeigt, wie ernst die Lage ist. Aufnahmen, die von Reuters und anderen internationalen Quellen verbreitet wurden, zeigen Menschen, die sich rund um den Revolutionsplatz versammeln und ihre Meinung zu den jüngsten Ereignissen äußern. Dies deutet darauf hin, dass das politische und spirituelle Klima innerhalb Irans ebenfalls sehr angespannt ist.
Gleichzeitig nehmen auch die Informationen über Verluste in der iranischen Militärelite zu. AP berichtet, dass der Chef des Generalstabs der iranischen Armee, Abdulrahim Mousavi, und Verteidigungsminister Aziz Nasirzadeh getötet wurden. Reuters schreibt, dass auch hochrangige Persönlichkeiten wie Mohammad Pakpour und Ali Shamkhani ins Visier genommen wurden. Einige Namen wurden offiziell bestätigt, andere Informationen werden noch geklärt.
Kurz gesagt, Iran befindet sich derzeit nicht in einem einfachen politischen Wandel, sondern in einer äußerst heiklen Übergangsphase, die das Schicksal des gesamten Systems bestimmen könnte. Auf der einen Seite Trauer, auf der anderen Seite Vergeltungsdrohungen und auf der dritten Seite eine historische Entscheidung zur Wahl eines neuen Obersten Führers. Die kommenden Stunden und Tage könnten nicht nur die Zukunft Irans, sondern auch der gesamten Region bestimmen.
Lesen Sie „Zamin“ auf Telegram!