Israels Präsident lehnt Begnadigung Netanjahus ab: Trump ist wütend

Auf der politischen Bühne Israels nimmt die Spannung zu: Der rechtliche Konflikt zwischen dem Staatspräsidenten und dem Ministerpräsidenten hat internationale Diskussionen ausgelöst. Isaak Herzog hat dem Begnadigungsgesuch von Benjamin Netanjahu, der der Korruption beschuldigt wird, nicht stattgegeben.
Zamin.uz berichtet über die Einzelheiten dieser aufsehenerregenden Entscheidung und die Reaktion des Weißen Hauses.
Herzogs Suche nach einem „Mittelweg“
Israels Präsident Isaak Herzog hat gegenüber dem Begnadigungsgesuch des Ministerpräsidenten eine unerwartete Position eingenommen. Nach Angaben der Präsidialverwaltung hält Herzog Lösungen für möglich, die angemessener sind, als einfach nur „ja“ oder „nein“ zu sagen.
Der Präsident vermittelt zwischen dem Ministerpräsidenten und dem Generalstaatsanwalt und drängt die Parteien zu einer Einigung (einem Schuldeingeständnis-Deal).
„Präsident Herzog hält eine Einigung der Parteien für die richtige und dem Staatsinteresse entsprechende Entscheidung“, erklärte ein Sprecher des Präsidentenbüros.
Scharfe Kritik von Donald Trump
Der US-Präsident Donald Trump hat diese Entscheidung des israelischen Präsidenten scharf verurteilt. Trump bezeichnete Herzog als „schwach und erbärmlich“ und fordert, Benjamin Netanjahu unverzüglich zu begnadigen.
Nach Ansicht des amerikanischen Staatschefs sollte sich der unter dem Spitznamen „Bibi“ bekannte Netanjahu nicht auf Gerichtsverfahren, sondern auf die laufenden Kriegshandlungen konzentrieren. Trumps Ansicht nach könnten rechtliche Probleme, die den Ministerpräsidenten ablenken, die Sicherheit des Landes negativ beeinflussen.
Korruptionsfall: Zigarren, Champagner und Medien-Deals
Die Ermittlungen gegen Netanjahu begannen 2016; 2019 wurden gegen ihn formelle Anklagen erhoben. Dem Ministerpräsidenten wird Folgendes vorgeworfen:
teure Zigarren und Champagner im Wert von Zehntausenden Dollar von Milliardären und Hollywood-Produzenten im Austausch für persönliche Gefälligkeiten angenommen zu haben;
großen Medienmagnaten Vergünstigungen und Dienstleistungen gewährt zu haben, um sicherzustellen, dass positive Berichte über ihn und seine Familie verbreitet werden.
Der Ministerpräsident selbst weist diese Vorwürfe entschieden zurück und bezeichnet sie seit Langem als politisch motiviert. Aus diesem Grund wandte er sich im vergangenen November mit einem Begnadigungsgesuch an den Präsidenten.
Liebe Leserinnen und Leser, was meinen Sie: Ist es richtig, dass ein Staatschef in Kriegszeiten vor Gericht steht? Oder sollte aus Gründen der Staatssicherheit begnadigt werden?
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