Britische Schriftsteller haben ein textloses Buch gegen künstliche Intelligenz veröffentlicht

Foto: The Guardian
In Großbritannien haben Kreative einen sehr eindringlichen, auf den ersten Blick sogar „stillen“, aber wirkungsvollen Weg gewählt, um gegen Unternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz zu protestieren. Laut The Guardian haben über 10.000 Autoren ein Buch ohne Text veröffentlicht, um gegen die unerlaubte Nutzung ihrer Werke zu protestieren. Es gibt also ein Buch – aber keine Geschichte oder keinen Roman darin. Es enthält lediglich eine Liste der Autoren.
Das Buch trägt den Titel „Don’t steal this book“ (Klau dieses Buch nicht). Zu den Teilnehmern des Projekts gehören der bekannte Fernsehmoderator und Autor Richard Osman, der Autor von „Die Königin von Boleyn“, Philip Gregory, und der Nobelpreisträger Kazuo Ishiguro.
Exemplare des Buches sollen an Besucher der Londoner Buchmesse verteilt werden, die am 10. März eröffnet wurde. Der Initiator des Projekts, Komponist und Urheberrechtsaktivist Ed Newton-Rex, vertritt offen die Ansicht, dass „die generative KI-Industrie auf unautorisierter und unbezahlter Arbeit basiert“.
Laut Newton-Rex handelt es sich dabei nicht um ein „Verbrechen ohne Opfer“: Generative KI lernt von menschlichen Werken und konkurriert dann mit diesen Schöpfern, wodurch ihnen ihre Einkommensquelle entzogen wird. Daher forderte er die britische Regierung auf, einheimische Urheber zu schützen und die Idee, die unautorisierte Nutzung von Werken durch KI-Unternehmen zu legalisieren, aufzugeben.
Dies ist nicht die erste „stille Kampagne“. Bereits im Februar 2025 veröffentlichten über tausend Musiker ein stilles Album als Protest gegen die Pläne der britischen Regierung, es KI-Entwicklern zu erleichtern, urheberrechtlich geschützte Werke ohne Genehmigung zu nutzen. Das Album trug den Titel „Is This What We Want?“ und enthielt Aufnahmen von Stille oder leisen Geräuschen in Konzertsälen und Studios.
Die Schlussfolgerung bleibt dieselbe: In Großbritannien beginnen Kreative, KI „vor Gericht und auf dem Feld“ zu bekämpfen – und das textlose Buch sowie das stumme Album werden zu Symbolen dieses Kampfes. Die Botschaft ist klar: Arbeit ist nicht gleich Inhalt, Arbeit ist Mühe. Und Kreativität darf nicht zu „kostenlosem Rohmaterial“ verkommen.
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