Trump spricht vom Sieg: Irans wahre Stärke bleibt ein Rätsel

Die geopolitische Lage im Nahen Osten hat sich unvorstellbar zugespitzt. Während der US-Präsident den Sieg verkündet, zeichnet der aktuelle Verlauf ein völlig anderes Bild. Zamin.uz präsentiert Analysen zu den Ergebnissen der zweiten Woche dieses komplexen Konflikts und den verborgenen Fähigkeiten der Konfliktparteien.
US-Präsident Donald Trump erklärte diese Woche vor Journalisten, die USA hätten die vollständige Überlegenheit gegenüber dem Iran errungen. Seinen Angaben zufolge sei „alles in der ersten Stunde entschieden“ gewesen. Zwischen dieser festen Überzeugung des Weißen Hauses und der Realität klafft jedoch eine große Lücke.
Sieg oder strategisches Schweigen?
Wenn Irans Luft- und Seestreitkräfte tatsächlich zerschlagen wurden, warum ist die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel der weltweiten Energieversorgung fließt, immer noch gesperrt?
- Reichweite der Flugzeugträger: US-Kriegsschiffe halten sich in sicherer Entfernung und wagen es nicht, sich der iranischen Küste zu nähern.
- Rumänischer Stützpunkt: Washingtons Antrag auf zusätzlichen Platz auf dem 1.500 Kilometer entfernten Flugplatz Constanta ist eher ein Zeichen der Vorbereitung auf eine lange und gefährliche Verteidigung als ein Zeichen für einen Sieg.
Irans „geheime Festungen“ und ein neuer Führer
Nach Jahrzehnten schwerer Sanktionen und Isolation ist Iran zu einem „Überraschungskandidaten“ geworden. Hinter den Mauern des Westens hat Teheran ein militärisches Potenzial aufgebaut, das Washington sich nicht einmal vorstellen kann:
1. Unterirdische Raketenstädte: Die wahre Größe der riesigen, tief in den Bergen verborgenen Arsenale bleibt selbst dem israelischen Geheimdienst ein Rätsel.
2. Mosaikartige Verteidigung: Jede Provinz ist in der Lage, ohne Zentralregierung selbstständig zu kämpfen.
Neuer Oberster Führer: Mudschtaba Khamenei, der bei den Bombenangriffen seinen Vater Ali Khamenei und seine gesamte Familie verlor, hat sich als Irans neuer Führer etabliert. In seiner ersten Amtsrede forderte er von den USA Entschädigung für die entstandenen Schäden und die vollständige Zerstörung der amerikanischen Stützpunkte in der Region. Er hat keinerlei Absicht, zu kapitulieren.
Infrastrukturkrieg und die „Moskitoflotte“
Obwohl Irans große Schiffe, wie die „Märtyrer Soleimani“, versenkt wurden, stellt Teherans „Moskitoflotte“ – Tausende unbemannte Boote und Drohnen – weiterhin eine Bedrohung dar.
Schmerzpunkte:
- Öltanks: Die größten Tanks in der Provinz Kerman und Treibstofftanks in Bahrain stehen in Flammen.
- Hafenkrise: Tanker in den Häfen von Salalah im Oman und Basra im Irak brennen wie Fackeln.
- Angriff auf Dubai: Dubais Finanzzentrum wurde von einem Drohnenangriff getroffen.
Die Schwäche des Iron Dome
Iranische Raketen und Drohnen durchbrechen regelmäßig Israels Luftverteidigung, die als die beste der Welt gilt. Laut dem iranischen Parlamentspräsidenten Mohammad Bagher Ghalibaf hat man die Schwachstellen der gegnerischen Verteidigung vollständig identifiziert.
Die große Frage ist nun, ob eine Bodenoffensive beginnen wird. Israel hat bereits 20.000 Soldaten in den Libanon entsandt, doch ein Vorstoß ins iranische Hinterland birgt enorme Risiken.
Glauben Sie, dass Trumps Versprechen eines „schnellen Sieges“ sich bewahrheiten werden, oder werden Irans unterirdische Raketenstädte den Kriegsverlauf grundlegend verändern? Wie wird sich eine solch dramatische Wendung auf die Weltwirtschaft auswirken?
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