Steckt hinter US-Münzen das „Blutgold“ der kolumbianischen Mafia?

Um die berühmten amerikanischen Anlagemünzen bahnt sich ein großer Skandal an. Wie die renommierte Zeitung The New York Times berichtet, könnte die US-Münzprägeanstalt (United States Mint) an der „Waschung“ von Gold zweifelhafter Herkunft beteiligt gewesen sein, das Verbindungen zu den gefährlichsten kriminellen Gruppen Kolumbiens aufweist.
Zamin.uz stellt die Details dieser brisanten Untersuchung vor.
Kriminelles Schema: Von kolumbianischen Minen zu texanischen Fabriken
Den Informationen der Publikation zufolge beginnt diese komplexe Kette in den illegalen Minen von „La-Mandingu“, die vom kolumbianischen Drogenkartell „Clan del Golfo“ kontrolliert werden. Das illegal geförderte Gold erhält über Händler in der Stadt Caucasia auf dem Papier einen „legalen“ Status.
Im vergangenen Jahr wurde solches Metall im Wert von etwa 255 Millionen US-Dollar an das Werk von Dillon Gage in Texas versandt. Dort wurde das Gold umgeschmolzen, in den Dokumenten als „amerikanisches Gold“ deklariert und an die US-Münzprägeanstalt übergeben.
Genau aus diesem Rohstoff werden die berühmten „American Gold Eagle“-Münzen hergestellt, deren Jahresumsatz 1 Milliarde US-Dollar übersteigt.
20 Jahre Nachlässigkeit und Auditergebnisse
Eigentlich ist die Münzprägeanstalt gemäß einem vom US-Kongress im Jahr 1985 verabschiedeten Gesetz verpflichtet, ausschließlich einheimisches Gold zu verwenden, das auf amerikanischem Territorium abgebaut wurde. Ein Audit des US-Finanzministeriums aus dem Jahr 2024 brachte jedoch eine erstaunliche Wahrheit ans Licht:
Die Münzprägeanstalt hat in den letzten zwanzig Jahren die Herkunft des Rohstoffs nicht überprüft und den Lieferanten keine einzige Frage gestellt. Infolgedessen gelangten ausländisches und zweifelhaftes Gold im Wert von Hunderten Millionen US-Dollar in die Lieferkette.
Reaktion des Ministeriums: Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Nachfrage
US-Finanzminister Scott Bessent gab bekannt, dass derzeit strenge Untersuchungen zu diesem Sachverhalt eingeleitet wurden. Sein Ziel sei es, die Gesetzestreue der Lieferanten sicherzustellen und die nationale Sicherheit zu schützen.
Gleichzeitig räumte das Ministerium ein, vor einer schwierigen Situation zu stehen: Sollte man vollständig auf ausländisches Gold verzichten, wäre es unmöglich, die enorme Marktnachfrage nach Anlagemünzen zu decken.
Liebe Leser, halten Sie es für entschuldbar, dass angesehene staatliche Organisationen solche Fehler begehen? Was ist wichtiger: „sauberes“ Gold oder die Marktnachfrage?
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