Schweden kehrt nach 40 Jahren Pause zur Kernenergie zurück: Deal mit Rolls-Royce

Die schwedische Regierung hat einen wichtigen Schritt unternommen, um die Energiesicherheit des Landes zu gewährleisten und den steigenden Bedarf zu decken. Das nationale Energieunternehmen Vattenfall hat das britische Unternehmen Rolls-Royce SMR als Partner für die Lieferung kleiner modularer Reaktoren (SMR) im Rahmen eines neuen Atomprogramms ausgewählt. Diese Entscheidung beendet Schwedens Tradition, seit fast 40 Jahren keine neuen Kernkapazitäten zu bauen. Dies berichtet Ixbt.com Nachrichten berichtet.
Im Auswahlverfahren für dieses strategische Projekt setzte sich Rolls-Royce gegen das amerikanische Unternehmen GE Vernova durch. Ursprünglich war die Wahl zwischen fünf von GE Vernova entwickelten BWRX-300-Reaktoren oder drei Reaktoren des Rolls-Royce SMR-Modells vorgesehen. Letztendlich wurde die Technologie der britischen Ingenieure als vorzuziehen erachtet, und der Vertragswert wird voraussichtlich mehrere Milliarden Pfund betragen.
Die schwedische Energieministerin Ebba Busch betonte, dass die Vereinbarung mit Rolls-Royce ein wichtiger Meilenstein bei der Entwicklung einer neuen Generation der Kernenergie im Land sein wird. Das Ministerium zeigte sich zuversichtlich, dass dieses Projekt langfristig dazu beitragen wird, die Strompreise für die Verbraucher zu senken. Im vergangenen Jahr verabschiedete das Parlament des Landes die gesetzlichen Grundlagen, die für die Finanzierung neuer Reaktoren erforderlich sind.
Energieunabhängigkeit und wirtschaftliche Effizienz
Nach Angaben von Vattenfall wird jeder der drei von Rolls-Royce gelieferten Reaktoren eine Leistung von 470 MW haben. Zusammen können sie jährlich insgesamt 12 TWh Strom erzeugen. Nach Berechnungen von Rolls-Royce-Spezialisten reicht diese Leistung aus, um etwa 6 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs Schwedens zu decken.Die neuen Kernkraftanlagen sollen auf dem Gelände des bestehenden Kernkraftwerks Ringhals im Südwesten des Landes errichtet werden. Die Umsetzung des Projekts übernimmt die Videberg Kraft. 80 Prozent dieses Unternehmens gehören dem staatlichen Vattenfall, während die restlichen 20 Prozent von einem Konsortium der größten schwedischen Industriegiganten kontrolliert werden.
Regierungsprognosen zufolge könnte der Strombedarf in Schweden bis 2045 doppelt so hoch sein. Daher ist der Staat bereit, hunderte Milliarden schwedische Kronen für die Entwicklung des Kernenergiesektors bereitzustellen. Der erste modulare Reaktor soll Mitte der 2030er Jahre in Betrieb gehen, nachdem alle Lizenzierungs- und Genehmigungsverfahren abgeschlossen sind.
Wie ixbt.com schreibt, ist dieser Vertrag zu einem der größten internationalen Projekte für Rolls-Royce im Segment der kleinen modularen Reaktoren geworden. Solche Technologien zeichnen sich durch schnellere Bauzeiten und ein höheres Sicherheitsniveau im Vergleich zu traditionellen großen AKWs aus, was für Länder wie Schweden, die strenge Umweltstandards einhalten, von großer Bedeutung ist.















Kommentare 0
…