China baut Reis im Weltraum an: Ein wichtiger Schritt für Mond- und Marsmissionen

China baut Reis im Weltraum an: Ein wichtiger Schritt für Mond- und Marsmissionen

Die Besatzung der Mission "Shenzhou-23" auf der chinesischen Orbitalstation "Tiangong" führt ein einzigartiges Experiment zum Anbau von Reis unter Mikrogravitationsbedingungen durch. Diese Forschung ist ein strategischer Schritt zur Schaffung autonomer Nahrungsquellen für zukünftige Deep-Space-Missionen der Menschheit, insbesondere zum Mond und zum Mars. Dies berichtet Ixbt.com Nachrichten berichtet.

Wie China Science Daily berichtet, wird das Experiment in einem kompakten Modul durchgeführt, das etwa die Größe eines Mikrowellenherds hat. Derzeit sind die Samen erfolgreich gekeimt und die ersten Triebe haben sich gebildet. Das Hauptziel der Wissenschaftler ist die Untersuchung der genetischen Stabilität und Regenerationsfähigkeit von Pflanzen in der Schwerelosigkeit.

Technische Herausforderungen der Weltraumlandwirtschaft

Alle Lebensformen auf der Erde haben sich unter ständiger Gravitation entwickelt, weshalb der Stoffwechsel und das genetische System von Pflanzen speziell an terrestrische Bedingungen angepasst sind. In der Schwerelosigkeit fließen Wassertropfen nicht nach unten, sondern bleiben in der Luft schweben. Dies kann zu einer Überwässerung der Pflanzen führen. Zudem werden spezielle Biokleber und Fixierungssysteme verwendet, um Erde und Samen an ihrem Platz zu halten.

Die Forschungsleiterin Zheng Huiqiong betonte, dass sich Pflanzen im Weltraum seltsam verhalten. Beispielsweise wachsen sie nicht wie gewohnt nach oben, sondern legen sich flach an die Oberfläche. Zudem ist der Bestäubungsprozess in der Schwerelosigkeit erschwert, da Pollen nicht natürlich nach unten fallen. Daher konzentrieren sich die Wissenschaftler derzeit auf selbstbestäubende Reissorten.

Grundlage für zukünftige Missionen

Im Rahmen dieses Projekts werden folgende wichtige Aspekte untersucht:
  • Die Möglichkeit, den vollständigen Lebenszyklus der Pflanze (vom Samen zum Samen) im Weltraum abzuschließen;
  • Der Einfluss der Mikrogravitation auf die Blütezeit und die Erntezeiträume;
  • Die Lebensfähigkeit nachfolgender Generationen aus im Weltraum gezüchteten Samen;
  • Anpassung von Zwerg- und schnellreifenden Sorten an begrenzte Platzverhältnisse.

Experten der Chinesischen Akademie der Wissenschaften hatten 2022 im Modul "Wentian" den vollständigen Zyklus des Reisanbaus erfolgreich abgeschlossen. Die damals gewonnenen Samen wurden zur Erde zurückgebracht und über mehrere Generationen getestet. Das aktuelle Experiment dient dazu, diesen Prozess weiter zu optimieren und ein permanentes Nahrungsmittelproduktionssystem auf der Raumstation zu schaffen.

Solche Forschungen in der Weltraumbiologie sollen nicht nur Astronauten mit neuen Produkten versorgen, sondern auch neue genetische Möglichkeiten für die Landwirtschaft auf der Erde eröffnen. Wenn es Wissenschaftlern gelingt, stabile Erträge in der Schwerelosigkeit zu erzielen, wird die langfristige Besiedlung anderer Planeten durch Menschen zur Realität.

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