Syrien will Russland von der Luftwaffenbasis Hmeimim verdrängen

Die neuen Behörden in Syrien haben ernsthaft mit der Umgestaltung der militärischen Infrastruktur begonnen. Es wird berichtet, dass die Verwaltung unter der Führung von Ahmad al-Scharaa plant, die Luftwaffenbasis Hmeimim von Russland zurückzunehmen und sie in ein Ausbildungszentrum für die Nationalarmee umzuwandeln.
Nach Angaben einer Quelle der Zeitung Kommersant in Damaskus wird auch die Möglichkeit erwogen, die Basis nicht als vollständig militärisches Objekt, sondern in einem „gemeinsam verwalteten" Format zu nutzen, das hauptsächlich nichtmilitärische Aufgaben erfüllt.
Laut der Quelle besteht ein großer Teil der gegenwärtigen syrischen Armee aus ehemaligen Aufständischen, die keine vollständige militärische Ausbildung absolviert haben. Aus diesem Grund wird die in der Provinz Latakia gelegene Basis als geeigneter Standort für die Ausbildung von Militärangehörigen bewertet.
Gleichzeitig plant Damaskus laut Al-Modon-Quellen auch, russische Militärausbilder einzuziehen. Diese Entscheidung wird mit der weiterhin vorherrschenden sowjetischen und russischen Technik in der Armee begründet. Es geht jedoch hauptsächlich um die Ausbildung von Bodentruppen — eine Ausbildung im Bereich der Luftfahrt ist nicht vorgesehen.
Den Informationen zufolge hat Russland nach dem Sturz des Regimes von Baschar al-Assad viele seiner strategischen Waffen aus diesen Basen abgezogen, darunter die Luftverteidigungssysteme S-300 und S-400 sowie die „Bastion"-Raketen. Nach Ansicht von Anton Mardasow, Experte des Russischen Rates für internationale Angelegenheiten, hat dies die militärische Bedeutung der Basis erheblich verringert.
Vorerst ist Russland erlaubt, die Luftwaffenbasis Hmeimim zu logistischen Zwecken in Richtung Afrika zu nutzen. Je nach politischer Lage kann sich diese Vereinbarung jedoch ändern.
Es sei daran erinnert, dass Damaskus im Januar dieses Jahres auch Russland aufgefordert hatte, seine Truppen von der Basis in Kamischli abzuziehen.
Kurz gesagt, in Syrien werden die militärische Balance und der äußere Einfluss neu verteilt. Die Entscheidungen rund um Hmeimim können die geopolitische Zukunft nicht nur des Landes, sondern der gesamten Region beeinflussen.
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