Revolution in der Sonnenastronomie: 6-mm-Optik transformiert die Weltraumforschung

Ingenieure der University of California, San Diego, haben in Zusammenarbeit mit BAE Systems eine Miniatur-Optiktechnologie entwickelt, die eine neue Ära in der Sonnenastronomie einleiten soll. Diese Komponente mit einer Größe von nur 6 Millimetern verfügt über eine hochkomplexe Metasurface-Struktur, die die Art und Weise der Sonnenbeobachtung bei zukünftigen Weltraummissionen grundlegend verändern könnte. Laut Ixbt.com ermöglicht diese Erfindung im Gegensatz zu herkömmlichen optischen Systemen die Steuerung von Licht im Nanomaßstab. Dies berichtet Ixbt.com Nachrichten berichtet.
Die Basis der neuen Entwicklung ist ein Polarisationsgitter mit einer Metasurface. Diese Struktur ist in der Lage, die Schwingungsrichtung von Lichtwellen, also die Polarisation, gleichzeitig in mehrere Zustände aufzuteilen. Die Messung der Polarisation ist in der Sonnenphysik von entscheidender Bedeutung, da über diesen Indikator die Struktur der magnetischen Felder der Sonne rekonstruiert wird. Diese Magnetfelder stehen in direktem Zusammenhang mit starken Sonneneruptioen und Plasmaauswürfen, die Kommunikationssysteme, Satelliten und Stromnetze auf der Erde beschädigen können.
Lösung für Probleme herkömmlicher Systeme
Derzeit messen bestehende Sonnenteleskope verschiedene Komponenten der Polarisation sequenziell. Das bedeutet, dass zur Erzeugung eines einzigen Bildes der Zustand des optischen Elements geändert und mehrere Aufnahmen gemacht werden müssen. Dieser Prozess führt im Weltraum zu ernsthaften Problemen: Selbst geringfügige Vibrationen des Geräts können zu Bildverschiebungen und Datenunschärfen führen. Die komplexen Stabilisierungssysteme, die zur Behebung solcher Fehler installiert werden, sind manchmal teurer als die Optik selbst.Die neue Metasurface löst dieses Problem grundlegend. Sie teilt das einfallende Licht gleichzeitig in mehrere Polarisationskanäle auf. Infolgedessen werden alle erforderlichen Daten ohne bewegliche Teile in einem einzigen Frame gesammelt. Der leitende Forscher Noah Rubin betonte, dass dies einer der ersten Fälle ist, in denen die Metasurface-Technologie vom Laborprototypen zu einem realen astronomischen System gelangt ist, das für den Einsatz im Weltraum validiert wurde.
Die neue Technologie wurde in Zusammenarbeit mit dem National Center for Atmospheric Research (NCAR) an einem speziell aufgebauten Sonnenteleskop getestet. Während der Experimente registrierte das System erfolgreich die Magnetfelder von Sonnenflecken. Die Ergebnisse wiesen die gleiche Genauigkeit auf wie die Daten großer orbitaler Observatorien wie dem Solar Dynamics Observatory der NASA.
Weltraumtauglichkeit und Zukunftsaussichten
Im Rahmen des Projekts wurde die Metasurface nicht nur auf optische Präzision, sondern auch auf Strapazierfähigkeit geprüft. Das Gerät bestand erfolgreich Tests, die Vibrationen und Temperaturänderungen während des Starts und des Betriebs im Weltraum simulierten. Dies ermöglicht die Integration in Weltraummissionen in den kommenden Jahren.Praktische Tests des Systems wurden am Dunn Solar Telescope in New Mexico durchgeführt. Dort wird das Sonnenlicht von einem Spiegel auf einem 41 Meter hohen Turm reflektiert und 69 Meter tief in ein Untergrundlabor geleitet. Am Endpunkt dieser riesigen Kette erledigt ein winziges Modul von nur wenigen Millimetern die gesamte wissenschaftliche Hauptarbeit. Diese Erfindung wird voraussichtlich ein wichtiger Schritt zur Vorhersage von Sonnenstürmen und zum Schutz der Erde vor kosmischen Gefahren sein.















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