Fall „75 Briefe“: Ehemalige kirgisische Beamte im Innenministerium verhört

Der Vorfall um die «75 Briefe», der in den politischen Kreisen Kirgisistans für großes Aufsehen gesorgt hat, ist in eine neue Phase eingetreten. Die einst mächtigsten ehemaligen Beamten des Landes wurden mehrere Stunden lang in den Organen des Innenministeriums verhört.
Zamin.uz präsentiert die Details dieses politischen Prozesses und des mysteriösen Briefes, der dahintersteht.
Ehemalige «große» Figuren im Zentrum der Ermittlungen
Wie der Anwalt Scherdor Abdikafarov mitteilte, wurden mehrere bekannte Persönlichkeiten in die Hauptabteilung für Ermittlungen des Innenministeriums Kirgisistans vorgeladen. Darunter befinden sich:
Kamtschibek Taschijew — ehemaliger Chef des Nationalen Sicherheitskomitees;
Nurlanbek Schakijew (Turgunbek uulu) — ehemaliger Sprecher des Dschogorku Kengesch;
Kurmankul Saluschew — ehemaliger Abgeordneter.
Diese Personen wurden mehrere Stunden lang im Rahmen schwerwiegender Anschuldigungen wie der Organisation von Massenunruhen und des Versuchs der gewaltsamen Machtergreifung verhört.
Was ist der «Brief der 75» und wie fing alles an?
Grundlage für diese politischen Spannungen war ein Appell, der im Februar 2026 an Präsident Sadyr Dschaparow gerichtet wurde. Damals forderten 75 Aktivisten und Politiker vom Staatsoberhaupt die Durchführung vorgezogener Präsidentschaftswahlen.
Dieser Appell löste eine Kettenreaktion im Land aus:
Kamtschibek Taschijew wurde von seinem Amt entbunden.
Sprecher Nurlanbek Schakijew und der Abgeordnete Kurmankul Saluschew wurden gezwungen, ihre Mandate niederzulegen.
Das nationale Sicherheitssystem wurde grundlegend reformiert.
Strikte Position der Regierung
Präsident Sadyr Dschaparow erklärte in seiner Reaktion auf die Situation, dass Kamtschibek Taschijew zwar eine Verbindung zu den Autoren des Briefes bestritten habe, er jedoch offen dargelegt habe, dass er nicht beabsichtige, ihn in naher Zukunft in ein Staatsamt zurückzuholen.
Gleichzeitig setzte das Verfassungsgericht des Landes der Frage der Wahlen ein Ende: Die nächsten Präsidentschaftswahlen werden erst zum festgelegten Termin — im Januar 2027 — stattfinden.
Der Prozess dauert an
Derzeit sind mehrere Aktivisten, die den Brief unterzeichnet haben, inhaftiert, und die Ermittlungsverfahren dauern an. Das Verhör der ehemaligen Beamten verdeutlicht die Ernsthaftigkeit dieser Angelegenheit.
Liebe Leser, halten Sie es für gerechtfertigt, dass politische Appelle als Versuch eines Staatsstreichs bewertet werden? Wie werden sich diese Veränderungen in Kirgisistan auf die Stabilität der Region auswirken?
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