Fabio Cannavaro: Auf diesem Niveau ist jeder Fehler teuer

Fabio Cannavaro: Auf diesem Niveau ist jeder Fehler teuer

Fabio Cannavaro, Cheftrainer der usbekischen Nationalmannschaft, teilte seine Gedanken nach dem Spiel gegen Kolumbien in der ersten Runde der Gruppenphase der Weltmeisterschaft 2026.

Die 'Weißen Wölfe' unterlagen Kolumbien in ihrem historischen WM-Debüt mit 1:3. Dennoch betonte Cannavaro, dass er mit bestimmten Aspekten der Mannschaft zufrieden war, insbesondere mit ihrem mutigen und aktiven Spiel in der zweiten Halbzeit.

Der italienische Spezialist erklärte, dass es einen großen Unterschied mache, an einer Weltmeisterschaft als Spieler oder als Trainer teilzunehmen. Ein Spieler kann den Platz betreten und die Atmosphäre sowie das Spiel mehr genießen. Ein Trainer hingegen muss Vorbereitung, Taktik, den Zustand der Spieler und zahlreiche Fragen während des Spiels gleichzeitig kontrollieren.

"Als Trainer muss man auf sehr viele Dinge achten, viele Fragen kontrollieren und im Voraus planen. Natürlich gibt es Aufregung und Glücksgefühle, aber letztendlich gilt die gesamte Aufmerksamkeit dem Team. Deshalb nimmt man viele Dinge in der Umgebung gar nicht mehr wahr", sagte Cannavaro.

Er merkte an, dass der schwierigste Aspekt für einen Trainer darin bestehe, außerhalb des Platzes zu stehen und nicht vollständig in das Spiel eingreifen zu können. Der Wunsch, den Spielern zu helfen und jeden Prozess zu kontrollieren, sei stark, aber ein Trainer könne die Situation nur durch bestimmte taktische Änderungen beeinflussen.

"Man möchte den Spielern helfen, man möchte alles kontrollieren, aber es ist nicht möglich, dies vollständig umzusetzen. Man kann nur einige Änderungen vornehmen. Deshalb spürt ein Trainer an der Seitenlinie mehr Qual, Angst und Druck", fügte er hinzu.

Cannavaro sprach auch offen über die wichtigste Lektion aus dem Spiel gegen Kolumbien. Seiner Meinung nach wirkt sich selbst ein kleiner Fehler auf Weltmeisterschaftsniveau ernsthaft auf das Ergebnis aus.

Der Cheftrainer stellte fest, dass die usbekische Nationalmannschaft während des Spiels einen kollektiven, disziplinierten und aggressiven Fußball gezeigt habe. Doch Unaufmerksamkeit in einigen Szenen wurde vom erfahrenen Gegner sofort bestraft.

"Wir haben ein großartiges Spiel gemacht. Wir haben als Team agiert, waren aggressiv und diszipliniert. Aber auf diesem Niveau wird man definitiv bestraft, wenn man für einen Moment die Konzentration verliert oder einen gegnerischen Spieler nicht deckt", sagte der Spezialist.

Laut Cannavaro wurde die Situation, die zum ersten Tor Kolumbiens führte, im Training lange studiert und ein Plan entwickelt, um dagegen vorzugehen. Dennoch unterlief im entscheidenden Moment ein Fehler. Das zweite Tor fiel nach einer Szene nach einem Einwurf.

"Ich hatte den Spielern gesagt, dass sie nicht durch das Zentrum spielen sollten, da ein Ballverlust dort sehr gefährlich ist. Auf diesem Niveau müssen wir die Anzahl der Fehler so weit wie möglich reduzieren", sagte Cannavaro.

Gleichzeitig erkannte der italienische Trainer an, dass die Mannschaft in der zweiten Halbzeit den Fußball gezeigt habe, den er sich gewünscht hatte. Nach der Pause versuchte Usbekistan, den Ball mehr zu kontrollieren, nach vorne zu drängen und gefährliche Situationen vor dem gegnerischen Tor zu schaffen.

"Ich sage den Spielern immer: Wenn wir den Ball haben, müssen wir unseren Stil zeigen. Wir dürfen keine Angst vor dem Fußball haben, müssen an uns glauben und das Spiel genießen. In der zweiten Halbzeit hat das Team genau diese Qualitäten gezeigt", sagte der Cheftrainer.

Die usbekischen Spieler versuchten in der zweiten Halbzeit die Initiative zu übernehmen, erzielten ein Tor und hatten mehrere weitere gute Chancen. Das dritte Gegentor am Ende des Spiels erschwerte die Situation des Teams jedoch weiter.

Dennoch war die Niederlage im historischen Debüt eine wichtige Erfahrung für Usbekistan. Cannavaros Schützlinge spürten in der Praxis, dass auf diesem Niveau jede Szene, jede Entscheidung und jede Sekunde Aufmerksamkeit von entscheidender Bedeutung ist.

Nun werden die 'Weißen Wölfe' die Fehler aus dem Spiel gegen Kolumbien analysieren und versuchen, in den nächsten Partien sicherer und fehlerfreier zu agieren.

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